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Orgie des Todes (1978)

Eine Kritik von Boxhamster (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 17.02.2010, seitdem 529 Mal gelesen


Die Leiche einer jungen Frau mit zerfetztem Unterleib wird gefunden und Kommissar di Salvo nimmt die Ermittlung auf, die ihn in das Umfeld eines Internates führen, in dem weitere Morde geschehen und es viele Verdächtige gibt.

"Orgie des Todes" ist ein Giallo, der viele gute Momente besitzt, in seiner Gesamtheit aber nicht durchweg überzeugen kann, was an dem teilweise unkonstruiert wirkendem Drehbuch liegt, an welchem mehrere Personen schrieben, die sich offensichtlich nicht einig waren, wie und wo der Hase langlaufen soll.
So führt die Spur des Kommissars in das Internat, in dem das tot aufgefundene Mädchen lernte, hier werden in der Lehrerschaft viele Verdächtige präsentiert, die dann aber einfach nicht mehr auftauchen. Genauso verhält es sich mit der Freundin des Kommissars, welche an sich eine wirklich interessante Figur ist, da es sich bei ihr um eine Kleptomanin handelt, die lediglich gestohlene Waren verzehrt, was für reichlich Konfliktpotential zwischen den beiden Liebenden gereicht hätte, doch nach zwei kurzen Auftritten verschwindet die Dame aus dem Film.
Dazwischen werden dann mit den Duschszenen im Internat und der Darstellung einer fies zwischen eine Abtreibung geschnittenen Orgie ein paar exploitative Sequenzen eingestreut, die jedoch nicht so recht zur restlichen Inszenierung passen mögen.
Die weiteren Ermittlungen sind ebenfalls nicht immer ganz sauber gelöst, ebensowenig wie die Aufklärung des Doppelfalles, wobei mir das Ende mit seiner untypischen Auflösung schon wieder gefällt.
An den schauspielerischen Leistungen gibt es nichts zu mäkeln, denn alle Beteiligten liefern glaubwürdige Leistungen ab. Besonders die Darstellerin der kleinen Schwester der Ermordeten überzeugt, vor allem weil bei dieser Rolle die Gefahr des Nervfaktors besonders hoch ist und Fabio Testi als Gianni di Salvo ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Die Rolle des unkonventionellen Kommissars ist ihm wie auf den Leib geschrieben und es ist eine Freude, ihn bei ungewöhnlichen Falllösungsmethoden wie dem Verhör in der Achterbahn aber auch in den ruhigen Momenten, zum Beispiel mit Katze auf dem Rücken beim Teekochen, zuzuschauen.
Hinsichtlich der Darstellung Morde hält sich der Streifen zurück und ausgiebig zelebrierte Tötungen gibt es nicht. Lediglich der Mord, den man aus der Sicht des Killers miterlebt, erfüllt die Erwartungen, die man an einen Giallo stellt.
Von der Musik darf man ein wenig enttäuscht sein. Diese stammt von Riz Ortolani, der ja immer für ein paar echte Ohrwürmer gut ist, doch hier beschränkt sich seine Hauptarbeit auf einzeln eingeworfene dumpfe Melodien und die wenigen längeren bleiben ohne längeren Erinnerungswert.

Insgesamt ist "Orgie des Todes" ein Giallo, der aber auf Grund seines holprigen Drehbuches nicht komplett überzeugt, aber gute Momente bietet und somit im befriedigenden Mittelfeld der zahlreichen Gialli landet.


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