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Species (1995)
Eine Kritik von Darth Venom (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 22.12.2010, seitdem 315 Mal gelesen
Hab nach langer Zeit, einigen Jahren, mal wieder SPECIES gesehen und war gespannt wie der Film heute auf mich wirkt und wie er heute im Vergleich mit ähnlichen Genrefilmen abschneidet. Das Fazit ist dann doch leider etwas enttäuschend ausgefallen.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mit 16-18 diesen Film gesehen habe und wie spannend oder auch neu es war die nackte Natasha Henstridge zu sehen. Wenn ich mir das heute ansehe muss ich fast drüber lachen. Sie hat zwar einen schönen Körper, aber eigentlich wirken ihre kleinen Nackt-Auftritte für heutige Standards ganz schön abgedroschen, sogar schon Kind gerecht und harmlos. Ein großer Pluspunkt damals, ein kleiner Wermutstropfen heute, denn diese Nackszenen sind manchmal schon fast der Höhepunkt dieses Films.
Die Geschichte könnte simpler nicht sei und verlangt auch keinerlei Erklärungen. Im Grunde ein Katz und Maus Spiel, das schnell Fahrt aufnimmt und ein Team aus "Spezialisten" vorstellt, die Mr. Fitch, gespielt von Ben Kingsley, helfen sollen das ALien Sil zu vernichten. Kurioserweise hat der Film einen nicht mal schlechten Cast: Ben Kingsley, Forest Whitaker, Alfred Molina, Michael Madsen... aber trotzdem kommt nie wirklich das Gefühl auf von guten lebhaften Charakteren umgeben zu sein. Eigentlich wirken alle sehr prototypisch und einfallslos. Das erste Treffen der Gruppe um Michael Madsen, im Film Press, zeigt dem Zuschauer ziemlich schnell vorauf er sich gefasst machen darf. Denn genauso holprig wie dieses erste Treffen war, so spielen die Akteure den ganzen Film über. Man bekommt eigentlich nie so richtig das Gefühl, als könnte diese Gruppe für Spaß oder Spannung sorgen. Im Grunde verstehe ich auch nicht, warum Charaktere wie "Dan", von Whitaker oder "Arden" von Molina überhaupt dabei sind. Sie tragen wirklich nichts zur Handlung zu den Charakteren oder der Spannung bei. Das Dan dann auch noch diese Übersinnlichen Fähigkeiten hat macht die Sache auch nicht besser oder glaubwürdiger. Er hat eigentlich nie ne Ahnung von etwas oder gibt hilfreiche Hinweise. Immer wenn er an einem Tatort auftaucht weiß der Zuschauer längst was passiert ist und wenn er meint "Sie war hier" oder "Sie hat Angst" was auch immer er redet ist nie hilfreich für die Ermittlung oder für den Zuschauer. Ben Kingsley wird sehr oft als klasse Schauspieler dargestellt, aber um die Wahrheit zu sagen: Du kannst noch so gut sein als Schauspieler, wenn das Script scheiße ist, dann kannst du auch nicht mehr viel rausholen. Wenn das Script super ist, dann kann auch ein schlechter Schauspieler oft noch Wunder vollbringen. Hier ist leider durchgängig ersteres der Fall.
Die Effekte wirken heute leider auch nicht mehr up2date, leider. Der Film versucht ja sichtlich eine Mischung aus Alien, Die Fliege oder auch dem T-1000 zu sein, so wie sich Sil verhält, aber all diese Filme kannten ihre Grenzen und haben nur gezeigt, was sich auch wirklich "glaubhaft" bewerkstelligen ließ. Alien, die Fliege und Terminator wirken auch heute noch eindrucksvoll und glaubwürdig. Das kann man von den CGI Effekten in Species leider nicht behaupten. Die Alien Köstüme und Make-Up Effekte wirken dagegen schon besser, aber verlieren bei genauerem Hinsehen auch irgendwann ihren Charme (Greifarme aus den Nippeln) oder die Alien-Ratte am Ende... alles recht abgedroschen. Vor allem der Showdown in der Höhle ist doch ziemlich billig. Man kann sehr oft erkennen, dass die Höhle fake ist und setzt dazu noch unmengen von Creature CGI Effekten ein, die alles auf den Punkt bringen: B-Movie. Wären die Schauspieler nicht, dann hätte der Film heute wirklich keine Kinoauswertung mehr verdient, selbst im TV sieht man bessere Produktionen.
Auch der Punkt der Ermittlungen, jemanden der keine Ahnung von irgendwas hat: Sprache, Mode, Verkehrsmittel usw usw. wird nach Los Angeles versetzt. Man weiß nie warum sie manches nun kann, oder wie sie überhaupt die Sprache erlernen konnte. Ich finde das alles sehr unglaubwürdig umgesetzt. Genauso wie die Tatsache, dass die Spezialsisten versuchen eine Frau in LA zu finden. Sie kommen ihr auf die Schliche, weil sie eine Kreditkarte benutzt die wem gehört hat? Dem Penner im Zug, den sie tötet oder dem Geschäftsmann am Bahnhof, dem sie die Tasche stielt? Ich fand es nicht ganz eindeutig. So hangeln sie sich von einem Tatort zum Anderen. Alles sehr schwammig, ich wette die waren Profis aus CSI und Co. hätten da ein Wörtchen mitzureden. Wie dem auch sei, irgendetwas lässt diesen Film aber trotzdem ganz gut durchgehen. Man schaltet einfach ab und lässt der Geschichte seinen Lauf. Esm mag zwar alles sehr schwammig sein und auf Logik sollte man irgendwann verzichten (auch diese Morph-Effekte sind sehr unglaubwürdig, wenn sie morphen kann, warum nicht einfach in eine andere menschliche Gestalt? Warum Haare färben und kürzen?) und dann kann man einfach einen kurzweiligen Fernsehabend haben.
Fazit: Obwohl viele Effekte nicht mehr dem Geist der Zeit entsprechen und Charaktere sowie Story sehr viele Logikfehler haben bleibt am Ende trotzdem ein netter kleiner Film übrig den man sich ohne viel nachzudenken, ruhig mal wieder ansehen kann. Für alle die aber mehr zu finden hoffen kann man nur andere Genregrößen wie Die Fliege, Alien, und The Thing ans Herz legen.
4.5 von 10 Punkten
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