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Killerhand, Die (1999)

Eine Kritik von Stefan M (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 01.09.2002, seitdem 299 Mal gelesen


Pünktlich zu Halloween macht der stinkfaule Schüler Anton eine schreckliche Entdeckung: Seine rechte Hand führt ein mörderisches Eigenleben und tötet jeden, der sich ihr in den Weg stellt. So sind nicht nur seine Eltern bald tot, sondern auch seine beiden Freunde Mick, der eine Flasche in den Kopf gedonnert bekommt, und Pnub, dessen Kopf mit einem Sägeblatt vom Körper getrennt wird. Beide kehren jedoch als freundliche Zombies zurück und helfen ihrem Freund - mehr oder weniger engagiert - im Kampf gegen die Hand...
“Die Killerhand” ist eine herrlich überdrehte, comichafte und hemmungslos alberne, aber durchaus gelungene Parodie auf diverse Splatterfilme, die bisweilen bis an die Grenze der Geschmacklosigkeit geht. Hier geht es auch nicht um eine plausible Handlung (Logikfehler gibt es zuhauf - vielleicht sogar beabsichtigt) oder darum, Filmkritiker zu begeistern, sondern bloß einen slapstickartigen Horrorfilm mit möglichst viel Blut zu drehen, die durchgehend unterhält. Dieses Ziel hat Regisseur Rodman Flender erreicht. Der Spaß kann bis zum Schluß durchgehalten werden - vorausgesetzt man hat einen starken Magen und kein allzu sanftes Gemüt. Denn hier rollt schon mal ein Kopf oder ein herausgerissenes Auge, und das Blut spritzt ganz schön heftig - um so seltsamer, daß “Die Killerhand” bereits ab 16 freigegeben ist, obwohl die FSK bei einigen Filmen schon durchaus härter durchgegriffen hat.
Die Effekte jedenfalls können sich sehen lassen und sind natürlich das A und O in diesem Film. Da reicht es auch vollkommen aus, als Hauptdarsteller einen Devon Sawa zu besitzen, der mit seinem wilden Herumgehampel, weil er immerhin gegen seine eigene Hand kämpft, den Zappelphilipp markieren darf, ohne schauspielerisch auch nur annähernd zu glänzen. Auch die verführerische Jessica Alba - wohl allen bekannt aus “Dark Angel” - hat man schon besser gesehen, dafür zeigt sie hier - sehr zur Freude des männlichen Publikums - ausgesprochen viel Haut, was natürlich sehr wichtig ist, wenn man mit einem solchen Film das Herz einer relativ jungen Zielgruppe bekommen will. Für den nötigen Humor sorgen Seth Green und Elden Henson als Wiederauferstandene, die fortan mit ihren körperlichen Defiziten - der eine mit einer Flasche im Kopf, der andere mit einem abgetrennten Kopf unterm Arm - herumlaufen müssen und natürlich sehr gut ankommen, als sie auf der Halloween-Party in der Schule erscheinen. Zuweilen sind echt lustige Ideen dabei.
Selbstverständlich hält sich durch die Comic-Inszenierung auch die Spannung in Grenzen, weshalb man lieber nicht ein fulminantes, dramatisches Finale erwarten sollte. Dies ist leider allzu dürftig, allzu lau ausgefallen und kann das positive Gesamtbild nicht vollends aufrechterhalten. Dazu ist das Ende doch zu konventionell und ohne echte Überraschung.
Über die bereits kurz angesprochenen Logikfehler sollte man lieber gleich einen Mantel des Schweigens legen, denn die drängen sich dem objektiven Filmbeobachter nahezu an jeder Stelle auf: Wie kann sich Molly (Jessica Alba) in einen ganz offensichtlich total debilen und verrückten, zudem blutverschmierten und ihr an den Hintern grabschenden Jungen verlieben? Wie ist es möglich, daß Anton drei Tage lang seine Eltern nicht vermißt und erst dann bemerkt, daß sie tot sind? Fragen über Fragen, die nicht beantwortet werden, weshalb die Story eigentlich eine glatte Sechs verdient hätte, um es in Schulnoten auszudrücken. Eigentlich - denn da sich der Film Gott sei Dank selbst nicht ernst nimmt und absichtlich einen qualitativ minderwertigen Eindruck macht, kann ihm dieser Punkt nun ganz bestimmt nicht als Vorwurf ausgelegt werden.
“Die Killerhand” dürfte unter die Rubrik Filme fallen, die wirklich jeder mit noch so einem niedrigen IQ Ausgestattete versteht und einfach auf sich wirken lassen sollte, ohne groß über die - natürlich - insgesamt mangelhafte Qualität nachzudenken. Sicher auch einer der Filme, die man sich immer wieder bedenkenlos ansehen und trotzdem jedes Mal einen konstant gleichbleibenden Spaß haben kann.

Fazit: Sehr unterhaltsame Horrorkomödie mit vielen Splattereffekten, die nicht jedem zusagen dürften und nichts für schwache Gemüter sind, aber dennoch dem Zuschauer, der sein Gehirn einmal komplett abschalten möchte, eine gehörige Portion Freude bereiten wird. Einfach nur frech, einfach nur schwachsinnig - eine Fundgrube für Genrefans, aber auch nur für die!


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