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Schwert des gelben Tigers, Das (1971)
Eine Kritik von wongfeihong (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 06.11.2005, seitdem 631 Mal gelesen
„Seine Lungenflügel sind gerissen.“ - Lung I Ching
An alle unwissenden Fans von Tarantions „Kill Bill“: Verneigt Euch! Chang Chehs „Das Schwert des gelben Tigers“ repräsentiert alles, was den Kung-Fu-Bahnhofskino-Trash-Kultfilm ausmacht und ist DER „Django“ des Eastern. Alles scheint billig an diesem kleinen Fließbandwerk aus den Studios der Shaw-Brothers. Putzige Studiowälder, bemühte aber nicht begabte Schauspieler und eine Handlung, die auf einen Bierdeckel passt. Und trotzdem: Wer sich drauf einlässt, wird von dem blutige Rachedrama nicht gepackt, er wird überrollt.
Hongkongs damaliger Leinwandstar David Chiang spielt den jungen Schwertkämpfer Lei Li, der ebenso begabt wie gerechtigkeitsliebend ist. Allerdings ist er auch so sehr von seinen Fähigkeiten überzeugt, das nicht merkt, als er in eine Intrige des alten Meisters I Chih gerät. Kurze Zeit später steht Lei Li unter Mordverdacht. Es kommt zum Zweikampf zwischen den beiden Meistern. Doch zuvor schwört der seine Unschuld beteuernde junge Mann: Falls er unterliegt, schneidet er sich den Arm ab und wird nie wieder kämpfen.
Jahre später erkennt der junge Draufgänger Feng (Ti Lung, „A better tomorrow I und II“) in einem einarmigen Kellner den früheren Schwertkämpfer Lei Li. Die beiden freunden sich an, aber trotz aller Überredungsversuche: Li will nie wieder kämpfen. Doch dann wird seine Geliebte entführt. Und Feng gerät in die Falle eines alten Meisters. Der Einarmige greift zu seinem Schwert und Stellt sich I Chih und dessen Hundertschaft.
Über 90 Filme hat Regisseur Chang Cheh von 1966 bis 1983 gedreht. Wie in der Filmetropole Hongkong üblich Arbeit vom Reißbrett. Darunter sind auch Ernst zu nehmende Historien-Action-Filme wie „Blood Brothers“ (1973) oder „The Water Margin“ (1972). Beim "Schwert des gelben Tigers" handelt es sich schon um seine dritte „One-armed Swordsman“-Version. Und sie ist mit Abstand die beste. In einer Mischung aus den ruhigen Samurai-Filmen von Akira Kurosawa, Italo-Western und Peking-Oper arbeitet das eingespielte Team perfekt auf die drei großen Käpfe hin. Der kleine David Chiang und der hoch gewachsene Ti Lung präsentieren ihre Kampfkünste in Perfektion. ebenso wie alle hinter die Kamera hervoragende Arbeit abliefern. Kamera und Schnitt zeigen großartinge Kampfeinlagen in langen Einstellungen, Chang Cheh sorgt für die Melodramatik. Und das Finale Massaker gehört auf jeden Fall auf eine Stufe gestellt mit Sam Peckinpahs „The Willd Bunch“ (1969) und John Woos „A better tomorrow II“ (1986).
8/10
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