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Schwert des gelben Tigers, Das (1971)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 24.08.2009, seitdem 528 Mal gelesen


Eine Seltenheit, dass ein dritter Teil populärer als seine Vorgänger ist, aber im Falle von „The New One-Armed Swordsman“ alias „Das Schwert des gelben Tigers“ kam es tatsächlich vor.
Lei Li (David Chiang) ist der Titelheld, zu Anfang des Filmes hat aber noch beide Pfoten. Doch dann bezichtigt ihn ein hinterhältiger Räuberfürst eines Überfalls, fordert ihn zum Duell und gewinnt, worauf hin Lei Li seinen Schwur wahrmacht sich im Falle einer Niederlage den Arm abzuschlagen. Schon in der Auftaktszene fällt auf, dass der Film zum Großteil im Studio gedreht wurde, sichtbar vor allem künstlichen Wald, aber das macht irgendwie auch den Charme dieser Shaw Brothers Produktion aus.
Jahre später malocht Lei Li als Mann für alles in einem Gasthaus, während der Übelwicht von der Tigerburg aus weiter sein Unwesen treibt. Als der junge Schwertkämpfer Feng Chun-Chieh (Ti Lung) in das Städtchen kommt, erwacht Lei Li langsam aus seiner Lethargie...

An sich ist „Das Schwert des gelben Tigers“ nur einer jener Rache-Eastern, wie es sie wie Sand am mehr gibt, mit seinen Studiokulissen und teilweise durchschaubaren Effekten, doch irgendwie schafft Regisseur Chang Che es gerade diesen Film so temporeich zu erzählen, dass dies kaum auffällt und dabei ist der Actionanteil gar nicht so hoch. Lange Zeit verbringt Lei Li lediglich damit seine Schnelligkeit beim Tischeschrubben und Reisfladenbacken vorzuführen, während Feng Chun-Chieh auf ihn einredet doch gemeinsam mit ihm gegen die Übelwichte ins Feld zu ziehen.
Gerade das Verhältnis von Lei Li und Feng Chun-Chieh sorgt für einige ungewollte Lacher, denn wenn die beiden darüber quatschen doch nach Ausschalten der Bösewichte das Schwert niederzulegen und gemeinsam einen Hof zu beziehen, während Lei Lis Love Interest immer etwas außen vorbleibt, dann hat das doch eine reichlich homoerotische Konnotation – auch wenn die beiden dann noch erklären, dass jeder nach Beziehen des Hofes sich noch eine Maid zwecks Eheschließung suchen werde. Doch diesen leicht trashigen Einschlag steckt der Film überraschend gut weg, ebenso die Künstlichkeit, welche die Kulissen ausstrahlen.

Vor allem aber bietet „Das Schwert des gelben Tigers“ dann aber das, was der Kampfsportfan am meisten schätzt, nämlich töfte choreographierte Kämpfe. Im Mittelteil lässt der Film den Zuschauer etwas warten, ein paar kleine Schlägereien mit wenigen Fieslingen inmitten der Stadt müssen da ausreichen, doch im Finale knöpft sich Lei Li dann zum Ausgleich die komplette Belegschaft der Tigerburg vor. Gelegentliche Härten wie abgesäbelte Arme oder ein zerteilter Kämpfer gehören dazu, wirken aber nie zu vordergründig und inszenatorisch kann sich die Action auch sehen lassen. Sieht man vielleicht vom Vorspann ab, in dem Lei Li Räuber niederstreckt, die sich gleich im Viererpack in sein Schwert stürzen anstatt sich wirklich zu wehren.
David Chiang und Ti Lung sind auch beide in guter Form, spielen durchaus ziemlich gut für die Verhältnisse. Aber im Kung Fu Film zählt ja auch Charisma über große Schauspielkunst und das haben die beiden auf jeden Fall, denn man kauft ihnen ihre Schablonencharaktere wirklich ab.

Man muss sich auf den leicht billigen Charme von „Das Schwert des gelben Tigers“ schon einlassen, denn mit den offensichtlichen Studiokulissen und den nicht immer glücklichen Dialogen ist das Pflicht. Falls man sich dann dazu durchringt, wird man mit einem simplen, temporeichen und schön choreographierten Vertreter seiner Zunft belohnt.


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