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Vier Brüder (2005)
Eine Kritik von alpha&omega (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 22.08.2006, seitdem 1234 Mal gelesen
„Vier Brüder“ ist ein, an den heutigen Hollywoodproduktionen gemessen, unkonventionelles Action - Drama, mit reichlich Coolness, Spannung und Gefühl.
Die Vier Adoptivsöhne, Angel (Tyrese Gibson), Bobby (Mark Wahlberg) , Jeremiah (André Benjamin) und Jack (Garrett Hedlund) wurden von ihrer Pflegemutter Evelyn Mercer (Fionnula Flanagan) in Detroit großgezogen. Der Auszug aus dem mütterlichen Umfeld hatte für jeden unterschiedliche Lebenswege zur Folge. Bobby versuchte sich erfolglos als Eis- Hockey Spieler, Angel ging zur Army, Jeremiah, als bodenständigster, geht einem bürgerlichen Beruf nach und ist Familienvater und Jack, der jüngste der vier Brüder, ist Rockmusiker.
Die gemeinsame Wiederkehr in die Heimatstadt Detroit ist jedoch kein Anlass zur Freude, denn ihre Adoptivmutter wurde kaltblütig bei einem Raubüberfall erschossen.
Die Polizei bemüht sich nicht sonderlich darum den Mord aufzuklären und so schwören die vier Brüder den Tod ihrer Mutter auf eigene Faust aufzuklären und zu rächen, denn sie glauben nicht, dass der Tod ihrer Mutter ein Zufall war...
John Singleton, bekannt durch den actionreichen, aber ziemlich belanglosen Streifen „2Fast, 2Fourious“, beweist wiedereinmal mit „Vier Brüder“, dass er nicht nur banale Actionstreifen drehen kann.
Action ist bei „Vier Brüder“ zwar ein wesentliches Element, aber kein Wesensmerkmal! Die Darsteller, die allesamt ihre Rolle authentisch verkörpern und dementsprechend schauspielerisch gut meistern, geben viel von ihrer Persönlichkeit preis. Dies schafft eine perfekte Ausgangsbasis für die Identifikation und das Mitfiebern mit den Darstellern.
Hervorzuheben sind an dieser Stelle Mark Wahlberg, der schon in „Boogie Nights“ durch seine guten schauspielerischen Leistungen, zu überzeugen wusste und André Benjamin (Outcast), der auch nicht unbegabt zu sein scheint in Sachen Schauspielerei. Bei ihm lodert aber noch mögliches Steigerungspotenzial...
Natürlich werden sich bei einem solchen Film wieder Moralisten auf das Thema Selbstjustiz stürzen. Dies ist auch nicht von der Hand zu weisen. Die Identifikation mit den Charakteren ist durchaus hoch und die Sympathien für sie, reflektieren sich auch im Vorhaben der Rache, einhergehend mit der Selbstjustiz. So ist dies als Kritikpunkt anzumerken, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es ein Film ist und die Fiktion im Vordergrund steht, nicht so bedenklich wie man auf den ersten Blick vermuten könnte. Das soziale Milieu prägt nun mal und das will der Film auch zeigen.
In diesem Sinne reiht sich „Vier Brüder“, als gelungene zeitgenössische Adaption des Filmes „Die vier Söhne der Katie Elder“ (1965) mit John Wayne, in die Reihe des anspruchsvolleren Actionkinos ein. Action ist wohldosiert vorhanden und dient nicht der bloßen Darstellung und die Charaktere werden gewichtig dargestellt. Das Ende ist nicht mit einem klischeehaften „Happy End“ versehen, was die Realitätsnähe des Films verstärkt.
John Singleton goes Oldschool und knüpft mit „Vier Brüder“ an seine frühen Werke „Boyz 'n the Hood“ und „Higher Learning“ an. Dies gefällt mir persönlich besser als die einfältige Standard Hollywoodkost!
10 Punkte
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