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Schnelle Geld, Das (2005)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 13.11.2009, seitdem 307 Mal gelesen


Trotz prominenter Besetzung reichte es für D.J. Carusos „Two for the Money“ nur für den Videomarkt, doch ein ähnliches Schicksal ereilte ja auch seinen tollen „The Salton Sea“.
In diesem Falle geht es um das eigenwillige Geschäft der Sportwetten, ein legaler Teil der Glücksspielszene Amerikas. In diesem Falle sind es Berater, die telefonische Tipps geben, auf welches Team man bei kommenden Sportveranstaltungen setzen soll. Bei den zugrundeliegenden realen Ereignissen war das Baseball, hier wird das Ganze nun auf Football getrimmt und Brandon Lang (Matthew McConaughey) war früher mal richtig gut da drin, bis ein Sportunfall sein Knie zerstörte. Da sitzt er also der arme Protagonist und muss sich mit miesen Telefonjobs durchschlagen, nach Hause radeln und bei Muttern wohnen.
Da kommt der Anruf vom Wettmagnaten Walter Abrams (Al Pacino), denn der hat von Brandons Treffsicherheit bei Voraussagen gehört und lädt ihn für ein Jobinterview ein. Brandon schlägt sich gut und macht unter Walter bald Karriere…

„Two for the Money“ wirkt ein wenig wie „Wall Street“, um den häufig gezogenen Vergleich noch einmal zu bemühen, doch im Gegensatz zu Oliver Stones Mentor-Schüler-Geschichte ist Walter nicht wirklich böse, allenfalls ein wenig fehlgeleitet. Definitiv eine Unterscheidung zu anderen Filmen dieser Art, doch hierin liegt das große Problem von „Two for the Money“: Es fehlt das nötige Maß an Konflikt, gerade für einen zweistündigen Film. Es gibt keinen Antagonisten, da Walter ja bloß auf den rechten Weg muss (was auf ebenso simple wie vorhersehbare Weise von Brandon und Walters Frau Toni (Rene Russo) bewerkstelligt wird) und selbst die existenzbedrohenden Folgen des Glücksspiels werden kaum gezeigt. Ein verarmter Spieler ist kurz zu sehen, Walter erzählt zwischendrin wie mies es ihm geht, aber von Tiefgang und schwerwiegender Dramatik kaum eine Spur.
Außerdem ist „Two for the Money“ alles andere als subtil, denn mit dem Reichtum Brandons kommt dann auch die Schnöseligkeit, die sich nicht nur im Verhalten, sondern auch an auffälligen Äußerlichkeiten wie dicken Autos oder teuren Klamotten zeigt, damit es auch der letzte Depp versteht. Über das interessante Wettgeschäft hingegen erfährt man nicht viel, was schade ist. Dabei würde man ja gerne einige Methoden verstehen; nicht unbedingt Brandons Spielerfahrung, aber z.B. die Methode von Kollege Jerry (Jeremy Piven), der mittels eines Computerprogramms die Gewinner voraussagen will.

Da ist es dann doch erstaunlich wie unterhaltsam „Two for the Money“ stellenweise ist, was aber vor allem an gelungenen Einzelszenen und weniger an dem übergreifenden Konstrukt liegt. Die handelsübliche Geschichte von verführerischem Reichtum und der folgenden Katharsis kennt man zur Genüge, da ist Walters Auftritt in einer Gruppe anonymer Spielsüchtiger viel reizvoller, denn der gute Mann nutzt dies einfach als Methode sein Unternehmen zu bewerben. Die Streitigkeiten zwischen Jerry und Brandon, das herrlich dämliche Tele-Marketing – all das bleibt eher haften als der Rest vom Film.
Außerdem ist es mal wieder Performance von Pacino, der zwar hier (ähnlich wie in „Der Einsatz“) vor allem seine „Im Auftrag des Teufels“-Rolle imitiert, die Sprüche gleich im Mehrpack raushaut und deftige Monologe hält, aber das mit Elan. Matthew McConaughey hingegen spielt brauchbar, aber kann kaum Akzente setzen, ähnlich auch Rene Russo, während Jeremy Piven beweist, dass er als Sidekick einfach eine Wucht ist. Es wäre Zeit ihm mal größere Rollen zu geben. Charisma beweist Armand Assante in einer Gastrolle.

An sich ist „Two for the Money“ inhaltsleer, vorhersehbar und lässt Dramatik vermissen, doch diverse Performances, einige wirklich gut geschriebene Szenen und das interessante Metier hieven D.J. Carusos Film dann doch noch ins Mittelfeld.


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