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Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen (2005)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 10.03.2006, seitdem 242 Mal gelesen


Als dieser Streifen kürzlich den Oscar für den besten Animationsfilm des Jahres einheimste, wurde ich neugierig. Nicht ohne Vorurteile gegenüber den Knetgummifiguren und ihren abgehakten Bewegungen, wie man sie aus „Luzie, der Schrecken der Straße“ als Kind kennen gelernt hat. Doch die Technik wurde in den letzten Jahren perfektioniert, Nick Park und sein Team liefern mit diesem Wallace & Gromit Abenteuer den besten Beweis dafür ab.

In Tottington steht mal wieder die alljährliche Gemüseveranstaltung auf dem Plan, doch eine Kaninchenplage beschert den Bewohnern einige Unruhe. Glücklicherweise gibt es aber Wallace und Gromit, die mit dem Unternehmen Anti-Pesto für eine humane Entsorgung der Hoppelchen verantwortlich sind (indem sie sie einfach mit nach Hause nehmen).
Mit seinem soeben erfundenen Gehirnmanipulator will Wallace den Kaninchen die Lust auf Grünzeug verderben, doch das Experiment geht schief und es entsteht ein Riesenkaninchen, das jede Nacht, wenn der Mond aufgeht, sämtliche Gemüseanlagen des Ortes verwüstet.

Die zeitaufwendige Arbeit mit der Clay-Motion-Technik hat sich gelohnt, denn selten zuvor entstanden daraus so weiche Bewegungen wie hier. Die Details wurden akribisch ausgearbeitet, was besonders in der rasanten Sequenz deutlich wird, in der das Riesenkaninchen Gromit im Auto an einem Seil unter die Erde zieht.
Dazu kommen kleine visuelle Finessen, wie in der Einstellung, in der Lady Tottington vor einem Kerzenständer mit Flügeln steht.
Untermalt wird das ganze von einem facettenreichen Score, der oft an die typischen Harry-Potter-Themen erinnert.

Für Humor wird von Beginn an gesorgt: Allein die Kamerafahrt über die Wandbilder in der Eingangsszene ist zum Brüllen, aber auch die Tatsache, dass Gromit eigentlich ein Hund ist, seinem Herrchen aber oft als Dienstmädchen dient und ferner noch stricken und Auto fahren kann, lässt einem lange Zeit die Mundwinkel nach oben ziehen.
Hinzu kommen zahlreiche Anspielungen auf bekannte Filme wie „American Werewolf“ oder „King Kong“ und die skurrilen Dorfbewohner nebst dubiosem Vikar erinnern stark an die Besatzung eines Hammer-Streifens.
Storytechnisch hätte man an der ein oder anderen Stelle noch etwas feiner herangehen können, doch Unterhaltung in einem konstant hohen Tempo wird durchweg geboten.

Am Ende bin ich doch positiv überrascht über die liebevolle Umsetzung und den phantasievollen Ideen, die dieser Knetgummifilm hervorbringt. Nur beim Abspann wäre ich vorsichtig, denn das fröhliche Thema geht einem stundenlang nicht mehr aus dem Ohr…
8 von 10 Punkten


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