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Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen (2005)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 17.03.2006, seitdem 372 Mal gelesen
Mit „Wallace and Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen” präsentieren Nick Park und seine Truppe den ersten Langfilm um die kultigen Knetfiguren.
Der Erfinder Wallace und sein Hund Gromit sind inzwischen zum Wachschutz für Gemüsegärten geworden und haben bereits im Namen ihrer Firma „Anti-Pesto“ ein nettes Wortspiel enthalten. „Wallace und Gromit“ ist zwar auch für Kinder einfach zu konsumieren, aber im Gegensatz zu manch anderem Animationsfilm haben die Macher auch daran gedacht, diverse Gags für Erwachsene einzubauen (u.a. einen Pfarrer, der ein Magazin namens „Wrestling Nuns“ liest).
Der Riesengemüsewettbewerb steht wieder an und da haben Wallace und Gromit natürlich alle Hände voll zu tun, die Gärten von Kaninchen freizuhalten. Doch bei Wallace’ Versuchen den Nagern mit einer Erfindung beizukommen entsteht ein Werkaninchen…
Schon allein wegen der liebevoll gemachten Knetanimation, die mit ihrem Charme fast jeden CGI-Film in den Schatten stellt, ist „Wallace und Gromit“ sehr sehenswert. In toller Kleinarbeit haben die Macher hier nicht nur die Hauptfiguren, sondern einfach jede Figur und fast jeden Gegenstand mit amüsanten Details angereichert und diese Liebe zum Detail macht auf den Charme von „Wallace und Gromit“ aus.
Auch zu den vorherigen Kurzfilmen werden kleine Parallelen geschlagen und so finden sich altbekannte Tatsachen wie z.B. Wallace’ Vorliebe für Käse wieder. Schon allein der putzige Vorspann, der verschiedene Stimmungslagen von Hund und Herrchen anhand von Fotographien durchspielt, sorgt für viel Flair und zeugt davon, dass Nick Park auch das Kinoprojekt mit viel Liebe gestemmt hat.
So sitzen auch die meisten Gags ohne kindisch oder platt zu wirken. Herrliche Sprüche und lustiger Slapstick sorgen für Unterhaltung, z.B. wenn Wallace vorschlägt, das Werkaninchen mit einer größeren Falle als üblich zu fangen, Gromit nur die Hand vor den Kopf schlägt – und die restlichen Anwohner jubeln. Doch dazu gibt es noch dutzendweise Anspielungen, die sich vor allem dem erwachsenen Zuschauer erschließen. Parallelen zum metaphorischen Lichttunnel, wenn ein Karnickel per Häschensauger gesogen wird, diverse Anspielungen auf „King Kong“ oder auch eine Verfolgungsjagd mit rotem und blauem Kinderflugzeug – in bester Tradition von rotem Baron und blauem Max. Derartige Anspielungen finden sich zuhauf, wobei die englische Originalfassung noch mehr Gags besitzt (z.B. das Wortspiel mit „Stairway to Heaven“). Auch sehr lustig: Die Verwendung klassischer Horrorfilmästhetik wie subjektiver Kamera bei den Angriffen des Werkaninchens.
Einzig und allein im letzten Drittel hat „Wallace und Gromit“ so einige Schwierigkeiten, denn die beiden sind in erster Linie Kurzfilmfiguren. So zeigen sich gegen Ende doch ein paar unschöne Längen, in denen den Machern nicht mehr viel einfällt – und das trotz einer Länge von unter 80 Minuten inklusive Abspann. Doch den Rest des Films schafft man es von der kindgerechten, für Erwachsene nicht unbedingt überraschenden Story abzulenken.
„Wallace und Gromit“ hat seine Längen im letzten Drittel und sicher keine einfallsreiche Story, doch massig amüsante Gags und viel Charme, mit dem er sogar noch Tim Burtons Animationsfilme aussticht.
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