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Die Entführung des Vaters (Philip Sayer) durch kaum definierte Außerirdische trifft die Familie Phillips schwer. Während die Mutter (Bernice Stegers) jedoch glaubt im Stich gelassen worden zu sein, ist der kleine Tony (Simon Nash) auf sich selbst gestellt, das Trauma zu verarbeiten, denn er hat alles mit angesehen. Während schockierende Erlebnisse das Haus Phillips und die Umgebung heimsuchen, kehrt nach mehreren Jahren Abstinenz der Vater zurück, doch er ist nicht mehr der alte.
Regisseur Harry Bromley Davenport, der sich außerdem an der Story beteiligte und den Score beisteuerte, begibt sich mit dem B-Movie X-Tro - Nicht alle Außerirdischen sind freundlich merkbar auf die Spuren von David Cronenberg und dessen Faszination für den Horror körperlicher Verformungen. Insbesondere zu Die Brut läßt sich eine deutliche Nähe feststellen. So mischen sich hier einige putzige Mutationen mit Höhepunkten wie einen erwachsenen Mann, der sich seinen Weg aus dem Uterus einer Frau bahnt.

X-Tro - Nicht alle Außerirdischen sind freundlich läßt ferner verschiedene Spielzeuge zum Leben erwachen und betont so eine surreale Note, die Davenport laut einem Interview so gar nicht beabsichtigte. Ist dies gemeinhin noch gar kein Problem bei der Entstehung eines Erfolges, wird doch schnell klar, daß sich der Film hauptsächlich wegen seiner kurzen Verweildauer auf der britischen Video-Nasty-Liste länger im Gespräch befand. Während die Spezialeffekte trotz teils geringer Zeigfreudigkeit noch als durchaus ansehbar erscheinen, krankt die Produktion schließlich an seiner weniger cineastischen Optik und zuletzt an mangelnder Emotionalität.
Im Gegensatz zu seinem scheinbaren kanadischen Vorbild Cronenberg schafft es X-Tro - Nicht alle Außerirdischen sind freundlich nicht, über die Situation der Figuren Spannung aufzubauen. Diese eiskalte Distanz trägt zwar einerseits zum bizarren Gesamtbild bei, neigt aber dazu den nicht sonderlich lang angelegten Film zäh erscheinen zu lassen. Auch trotz des frühen Auftrittes der hier zeigfreudigen Maryam d'Abo fehlt es leider an ausreichend erhabenem Anmut, sich mit dem sperrigen Werk auseinander setzen zu wollen.

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