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Flightplan - Ohne jede Spur (2005)

Eine Kritik von noface (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 20.01.2006, seitdem 232 Mal gelesen


Und dann war ich doch erst vor wenigen Wochen in einem hiesigen Filmtempel, um das neueste cineastische Produkt unter Mitwirkung einer meiner Lieblings-Actricen in Augenschein zu nehmen, aber wenn ich auch mit Jodie Foster seit ihrer frühen Performance in „Das Mädchen am Ende der Straße“ alt & runzlig geworden bin, so verstehe ich dennoch nicht, wie es ihr - einer im Babel Hollywood weitgehend autonom agierenden Persönlichkeit - mit unschöner Regelmäßigkeit gelingt, auf solch beschissene Drehbücher wie z.B. dem zu „Flightplan“ abzufahren. Exposition und erste Filmstunde sind ja noch hochgradig spannend und in geradezu superbe Bilder getaucht, aber was sodann in der zweiten Filmhälfte selbst dem geneigtesten Beobachter an logischen Untiefen zugemutet wird, fällt noch weit hinter das ohnehin kritikwürdige Niveau von „Panic Room“ zurück und ist zumindest mit dem Prädikat 'gesundheitsgefährend' zu versehen. Wer will im Ernst einem Publikum, welches die lebensgeschichtliche Phase der Popcorn-fressenden Pubertät verlassen hat, diesen vollkommen abstrusen, zig-fach überkonstruierten und letztendlich einfach nur hanebüchenen Plot vorsetzen in der Erwartung zudem, es möge den für Skript und Regie Verantwortlichen ins geistige Nirvana folgen?? Und so ganz nebenbei werden mal eben ganze Berufsstände (Flugzeug-Kapitäne, Sky Marshalls, Psychotherapeuten) schwer in Mißkredit gebracht...

Weil in vielen Reviews auf die „deutschen Aspekte“ dieses Filmes verwiesen wird, so als ob diese eine spezielle Qualität darstellen würden, sei hier bemerkt, daß die winterlichen Locations von Berlin einen wirklich guten Look gerade zum Einstieg bieten, aber wäre ein solcher Effekt nicht auch in Amsterdam, Paris oder London zu erzielen gewesen? Und was nun den deutschen Landen entstammenden Regie-Neuling Robert Schwentke angeht, so entrinnt auch er am Ende nicht jenem Schicksal, das bereits seine prominenten Vorgänger Emmerich und Petersen in ihren ersten US-Produktionen ereilt hat: nämlich schlußendlich das typisch amerikanische Duell HeldIn gegen den Rest der bösen, ignoranten Welt in krawallige, schnell geschnittene Bilder zu bannen. Einfach nur arm, wenn man bedenkt, was hier an filmischem Potenzial leichtfertig verbraten wurde, und mehr Worte braucht man hierüber nicht zu verlieren.

Um wenigstens mit einem Positivum diese Kritik zu beschließen, sei die überzeugende Darstellung der nach dem 9/11 latent herrschenden Phobie gegen arabische Flugreisende erwähnt, die inszenatorisch hübsch nuanciert rüberkommt.

Eigentlich sind 5/10 eine noch zu hohe Bewertung für diese filmische Zumutung an den menschlichen Verstand, aber aus sentimentaler Verbundenheit zu einer grandiosen Schauspielerin, der man seit 30 Jahren auf der Leinwand mit beiden Augen nachblickt und sie so ganz nebenbei in Würde altern sieht, vielleicht erklärbar. Wer's nicht versteht, dem ist vielleicht ebensowenig zu helfen wie dem Rezensenten selbst.


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