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Flightplan - Ohne jede Spur (2005)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 16.04.2006, seitdem 514 Mal gelesen
2005 traten zwei Flugzeugthriller gegeneinander an: „Red Eye“ und „Flightplan“ trugen ein inoffizielles Duell aus.
Seit dem Tod ihres Mannes hat Kyle Pratt (Jodie Foster) emotional Schlagseite, denn so glaubt sie immer noch ihn zu sehen, gemeinsam mit ihm U-Bahn fahren zu können usw. Auch die gemeinsame Tochter Julia (Marlene Lawston) ist von den Folgen gezeichnet: Sie weicht nicht weit von der Seite ihrer Mutter, geht nur unter deren Mantel durch den Hausflur usw. Direkt das richtige Umfeld für Paranoia, mag sie real oder nur eingebildet sein.
Von Berlin aus wollen beide in die USA fliegen, um dort den Leichnam des verstorbenen Papis zu beerdigen. Im Flugzeug warten dann auch Gestalten verschiedener Colour, von denen jede mit einer Screentime von mehr als ein paar Sekunden noch eine Rolle spielen wird: Stewardessen, der Air Marshall Carson (Peter Sarsgaard), der Captain Rich (Sean Bean), Fluggäste usw. Sonderlich originell ist die Figurenauswahl dabei nicht, aber immerhin ist der Kreis für mögliche Verdächtige groß genug.
Während des Fluges schläft Kyle ein, doch das Erwachen ist böse: Julia ist weg! Niemand kann sich daran erinnern sie je gesehen zu haben, auf der Passagierliste ist sie scheinbar auch nicht geführt. Was ist real, was ist Imagination?
Klingt ein wenig nach „Die Vergessenen“, aber das Ergebnis bei „Flightplan“ ist bei weitem nicht so katastrophal ausgefallen. Dazu trägt vor allem die gute Leistung von „Tatoo“-Regisseur Robert Schwentke bei, der aus der Location Flugzeug das Maximum an Atmosphäre herauskitzelt. Verwinkelte Schächte, verborgene Klappen und ähnliche Nebenschauplätze sorgen für klaustrophobische Spannung, sobald sich Kyle mal aus der Passagierkabine herausbewegt. Das Drehbuch hat noch den Kniff parat Kyle als Flugzeugingenieurin vorzustellen, um ihre Kenntnis jedes Winkels in dem Flugzeug zu erklären.
Problematisch ist nur, dass das Script (ähnlich wie bei „Red Eye“) nicht genug Kniffe und Wendungen für eine Spielfilmlänge besitzt und die verzweifelte Suche nach Töchterchen bald nichts Neues mehr präsentiert. Ein paar ironische Kniffe hat das Ganze schon (Kyle verdächtigt z.B. direkt einen Turbanträger als Terroristen und Entführer ihrer Tochter), doch insgesamt passiert in den ersten zwei Dritteln immer das Gleiche: Kyle macht die Pferde immer weiter scheu, kreischt nach Töchterchen und jeder Anwesende versichert ihr, dass sie sich das Ganze nur einbilde und jedes Indiz dagegen spricht, dass ihre Tochter mit an Bord sei. Damit bewegt sich „Flightplan“ dann in eine ganz schlimme Sackgasse, denn nach zwei Dritteln bleiben dem Film nur zwei unschöne Möglichkeiten: Entweder ist Kyle tatsächlich paranoid, womit jedwede Überraschung fehlt, oder es muss noch mit aller Gewalt eine logische Erklärung für das alles herbei gebogen werden.
*SPOILER* „Flightplan“ entscheidet sich dann für letztere Möglichkeit und strapaziert die Logik dann noch bis zum Äußersten. Die Enthüllung des Täters ist eine Überraschung, man freut sich zudem, dass es ausnahmsweise mal nicht Sean Bean ist, doch es ist sehr unglaubwürdig, dass sich kein Passagier in dem Riesenflugzeug an die Tochter erinnern kann. Der Showdown ist dann wieder solide Handwerksarbeit, lässt Kyle mit Finten gegen das Mastermind von Entführer vorgehen und bietet etwas seichte Action, die einen ordentlichen Höhepunkt abgibt. Leider kann das Tempo hier nicht über die groben Schwächen im Spannungsaufbau hinwegtäuschen. *SPOILER ENDE*
Jodie Foster spielt ihre Rolle als verzweifelte Mutter mit Kämpferinstinkt mal wieder klasse und kann über die eine oder andere Schwäche hinwegtäuschen. Peter Sarsgaard ist als Sky Marshall ebenfalls gut und Sean Bean liefert als Captain eine überzeugende Performance ab. Auch die Nebendarsteller schlagen sich ordentlich.
So heißt dann beim Duell der Flugzeugthriller Mittelmaß gegen Durchschnitt. „Red Eye“ ist konventioneller, aber geringfügig besser, da „Flightplan“ sich vom Spannungsaufbau nach zwei Dritteln in eine üble Sackegasse manövriert. Da retten nur das Finale, die guten Darsteller und die Atmosphäre etwas von der Ehre des Films.
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