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Evil Ed (1995)

Eine Kritik von holgocop (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 02.12.2006, seitdem 404 Mal gelesen


Es ist schon sehr mutig einen Splatterfilm zu drehen, der vor allem eins macht: den Splatterfilm selbst und vor allem die Fans des Genres kräftig zu verarschen. Sozusagen der Film als Mittel zum Zweck.

Natürlich persifliert Evil Ed auch sämtliche Zensur-Stellen der Welt, dennoch - und das Komische ist, dass es auch nur dem Fan solcher Filme auffällt - was hauptsächlich durch den Kakao gezogen wird sind Freunde der intelligenzfreien aber überaus brutalen Unterhaltung. Loose Limbs - die Horrorfilmserie, die den armen Cutter Edward in den Wahnsinn treibt steht hierbei für all die Argento - , Romero - Klassiker, all die Kannibalen, Zombies, Monster und Psychopathen der Filmgeschichte. Es erinnert ein wenig ein David Finchers Idee unsere gestylte und konsumorientierte Welt gerade mit einem durch und durch gestylten und vor Budget triefenden Film wie Fight Club zu kritisieren (konsequenterweise musste ja dabei seine Wahl auf Brad Pitt als Hauptdarsteller fallen). Schade ist, dass eigentlich nur dem Splatterfan diese kleinen Gemeinheiten des Drehbuchs auffallen können, dieser jedoch, gerade weil er persifliert wird, nur die Verhöhnung der (verhassten) Prüfstellen wahrnehmen wird (evtl will ). Den richtigen Hardcore-Gore-Fans sei dieser Film also nicht unbedingt ans Herz gelegt.

Aufgrund des geringen Budgets, muss man natürlich schauspielerisch und Effekt-technisch einige Gurken hinnehmen, ausserdem merkt man dem Film gerade in der Hälfte an, dass man sich sehr bemühen musste ihn auf Spielfilmlänge zu strecken. Die ewigen Wiederholungen ein und der selben Sequenz aus Loose Limbs Teil soundso wirken sehr langweilig. Zum Glück gewinnt Evil Ed gerade gegen Ende wieder einiges an Tempo hinzu. Gerade beim finalen Kampf "Gut" gegen "Böse" werden nochmal einige Lacher, Klischees und Filmzitate eingebaut. Und wenn man in den letzten Minuten gerade zu befürchten beginnt, der Film schweife ins Gewöhnliche ab, wird alles durch den abschließenden Monolog nochmal gerettet.

Dass einen Film zu schneiden, der einen Film zeigt, der geschnitten wird, irgendwie so ziemlich die Obergrenze der Ironie ist, muss klar sein, in gewisser Weise könnte ich mir vorstellen das etwas ähnliches vom Regisseur gar vorrausgesetzt wurde, denn Evil Ed besitzt dann doch einige recht brutale Szenen. Ich warte auf jeden Fall schon darauf, irgendwann mal beim Mediamarkt meines Vertrauens eine FSK 16 Version in der Wühlkiste zu finden.

Nebenbei sei noch bemerkt, dass Evil Ed einen dermaßen grottigen Soundtrack besitzt, der aber wunderbar zur etwas trashigen Ironie des Films passt, dass er eher positiv als negativ auffällt. Sozusagen so schlecht dass er schon wieder gut ist (Ausnahme !!! Das wunderbare Lied das textlich genial passend bei einer Zerstückelungszene und im Abspann des Films kommt ! ).

Wer also ein bisschen Selbstironie vertragen kann, auf etwas Trash und Splatterfilme steht sollte unbedingt einen Blick riskieren. Mein absoluter Favorit in Sachen Splatterhumor der letzten Jahre.


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