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Dragon - Die Bruce Lee Story (1993)
Eine Kritik von Adalmar (Bewertung des Films: 3/10) eingetragen am 23.09.2004, seitdem 736 Mal gelesen
Inhalt: Bruce Lee aus Hongkong muß sich in seiner Jugend während Traumphasen mit einem bösen Dämon auseinandersetzen, wodurch er zu seiner Bestimmung findet, nämlich dem Kung-Fu und der Unterrichtung desselben. In den USA lernt er dann seine Frau kennen, mit deren Hilfe er eine Kung-Fu-Welle sondergleichen auslöst. Das Paar muß sich gegen Chinesen durchsetzen, die mit allen Mitteln verhindern wollen, daß die Methode ihrer Kampfkunst publik wird, und der von den Traditionalisten angeheuerte Bösewicht verletzt ihn in einem unfairen Kampf so sehr, daß er sich kaum mehr bewegen kann. Aber Frauchen redet ihm ins Gewissen; kann er so womöglich geheilt werden? Und vor allem: Kann sich Bruce bei den vielen Engagements noch richtig um seine reizende kleine Familie kümmern??????
Rob Cohen hat zusammen mit Hauptdarsteller Jason Scott Lee einen ganz unterhaltsamen Film geschaffen, der allerdings für das Genre der Kampfkunst-Streifen viel zu weich und beschönigend ausfällt. Bruce Lee wird als ebenso starker wie zärtlicher Superheld dargestellt. Die Kampfszenen gehen allerdings in Ordnung und haben zum Teil auch die erforderliche Härte. Der ganze Dämonen-Wirrwarr am Anfang paßt leider kaum ins Bild und versucht lediglich auf recht verkrampfte Weise, dem Film einen mystischen Hauch zu geben.
Der Hauptgrund für das letztlich schlecht ausfallende Gesamturteil ist jedoch die hemmungslose Realitätsverleugnung, die offenbar auf Lees Frau Linda und ihr zweifelhaftes Werk "Bruce Lee - The Man Only I Knew" (gar nicht von sich selbst überzeugt, die Frau...) zurückgeht. Daß sie Bruce Lee idealisiert, wäre noch verzeihlich, aber in erster Linie idealisiert sie sich selbst. Der Film vermittelt das Bild, ohne seine schnuckelige blonde Gefährtin sei aus Bruce Lee nichts, aber auch gar nichts geworden. Sie gibt ihm Lebensmut, bewahrt ihn vor Fehlern, rettet ihm seine Gesundheit und das Leben usw. usw. Der frühe Tod von Bruce Lee wird so gut wie gar nicht thematisiert bzw. mit der Bemerkung abgetan, man solle ihn doch in Erinnerung behalten, wie er zu seiner besten Zeit war. Von totaler (Selbst-)Ausbeutung Lees aus hemmungslosem Kommerzwahn natürlich keine Rede.
Wer will so ein Lügenbild sehen???
Abgesehen von guten Kampfszenen leider eine einzige Kitsch-Schmonzette.
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