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Rio Grande (1950)

Eine Kritik von bigtrouble (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 20.06.2009, seitdem 286 Mal gelesen


Auch im dritten Teil von John Ford’s Kavallerie Trilogie darf sich John Wayne als wackerer Offizier auf seinen Gaul setzten und gegen widerständige Apachen in den Kampf ziehen. Diese machen es der US Kavallerie besonders schwer, denn nach ihren Überfällen fliehen sie immer wieder über den Rio Grande, den Grenzfluss zwischen Mexiko und der USA. Ab hier beginnt die Diplomatie und Lt. Col. Yorke und seinen Leuten ist es untersagt die Grenze zu überschreiten. Neben den Apachen bereitet ihm auch sein Sohn und seine Gattin (Maureen O’Hara) Kummer, denn beide sind für ihn unerwartet im Lager aufgetaucht.

Befasst sich der erste Teil von Rio Grande eher mit den Familien Angelegenheiten von Kirbes Familie, so geht es ab der zweiten Hälfte um einiges Actionreicher zur Sache.Im ersten Teil überwiegt die Darstellung des Dreier Gespannes Vater – Sohn – Mutter und dem Leben im Lager. Aufgelockert wird das Ganze durch den typischen Fordsschen Humor durch Viktor McLaglan als auch den Gesängen der Gruppe „Sons of the Pioneers“. Diese fand ich noch beim ersten Mal gucken doch etwas störend. Mittlerweile aber ganz gut passend zur eher lockeren Gesamtstimmung des Filmes. Wohl auch ein weiterer Hinweis das Rio Grande nicht ganz so ernst gemeint ist wie „Bis zum Letzten Mann“ und „Der Teufelshauptmann“. Doch auch in der ersten Hälfte bekommt der Zuschauer eine Action Einlage vorgeführt, als Rekruten versuchen Pferde auf römische Art zu reiten. Die Kampf- und Verfolgungsszenen wurden stimmungsvoll inszeniert und im Hintergrund erscheint das malerische Monument Valley. Einige Footage Szenen wurden aber offensichtlich von anderen Ford Filmen mal schnell übernommen. Die Indianer werden als anonyme räuberische Masse dargestellt und könnten problemlos durch Mexikanische Banditen oder ähnliches ausgewechselt werden. Ein Feind, den man nicht kennt der aber unberechenbar ist und immer wieder auftaucht.

Die Bilder als auch die Musik hinterlassen durchaus einen sentimentalen Eindruck und John Ford lässt den Zuschauer wieder in eine mythische Welt eintauchen, die es wohl so in dieser Form nicht gegeben hat. Der reine Unterhaltungswert für das breite Publikum ist bei Rio Grande um einiges höher als bei seinen Vorgängern. Hierfür sorgen auch John Wayne und Maureen O’Hara und ihrer Figuren. Wirkt das Verhältnis der beiden noch unterkühlt so lockert sich auch die Stimmung der beiden merklich mit Verlauf der Handlung. Zum Schluss gibt’s sogar ein Lächeln von Maureen. John Ford musste Rio Grande machen um danach sein Oscar gekröntes Irland Meisterwerk Der Sieger mit den beiden drehen zu dürfen. Als ein nötiges Übel sieht Rio Grande aber gar nicht aus. Die Generalprobe für beide Schauspieler ist mehr als gelungen. Bei den Nebendarstellern stechen Forderprobte Veteranen wie Victor McLaglan und der ehemalige Cowboy Stuntman Ben Johnson auf. Farblos hingegen Claude Jarman Jr als Sohn der Kirbe’s. Der Name Kirbe scheint auch so etwas wie ein Gag von John Ford sein. John Wayne’s Rolle in „Bis zum letzten Mann“ hieß Capt. Kirby York, hier wurde einfach ein e angehängt. Vielleicht wollte der Regisseur auch nur die lose Verbindung zwischen den Figuren darstellen. Yorke ist aber offensichtlich ein reiferer Charakter als York.

FAZIT: Rio Grande setzte keine neuen Standards im Western Genre, bietet aber John Ford Unterhaltung pur. Dem Meisterregisseur gelang wieder mal ein sehr guter Kavallerie Western und lässt seine Trilogie unbeschwert, aber nicht ohne Sentimentalitäten, ausklingen.

"I don't want you men to be fooled about what's coming up for you. Torture, at least that."


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