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Revenge of the Warrior - Tom yum goong (2005)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 14.07.2006, seitdem 777 Mal gelesen
Nach dem hoch gelobten, aber doch überbewerteten „Ong Bak“ kommt Tony Jaa nun mit „Revenge of the Warrior – Tom Yum Goong“ zum zweiten Mal in die deutschen Kinos.
Jedoch verlangt „Tom Yum Goong“ dem Zuschauer bereits zu Beginn eine harte Geduldsprobe ab, wenn er den Helden Kham (Tony Jaa) vorstellt, der mit seinem Vater und einer kleinen Elefantenfamilie aufwächst. Übel an der Grenze zum Kitsch widmet sich „Tom Yum Goong“ der Vorgeschichte bis auch der letzte Depp begriffen hat, wie wichtig die Viecher für Kham sind, zumal Wilderer zwischendurch die Elefantenkuh wegputzen (übrigens mit einem popeligen Schrotflintentreffer, aber nach Realismus schreit man bei solchen Filmen nicht).
So wird Kham auch ziemlich aggro als Gangster seinen Vater anschießen und die beiden Elefanten mopsen. Also folgt er der Bande nach Australien und legt sich dort mit deren Syndikat an…
Bei „Tom Yum Goong“ geht es um Action und die ist meist ist wirklich traumhaft. Es wird mit erfrischender Härte gefightet, Knochen gebrochen, Ellenbogen in die Fresse gedroschen usw. Spektakuläre Moves zeigt Tony Jaa und auch die Choreographie hat einige nicht unbedingt neue, aber sehr schicke Ideen: Ein Fight gegen Gegner auf Rollerskates und BMX-Rädern, eine Prügelei mit gleich vier Riesen oder ein über mehrere Etagen gehender Kampf, der minutenlang ohne einen Schnitt auskommt. Das Highlight ist sicherlich jedoch das Duell mit dem Capoeira-Fighter in dem brennenden und unter Wasser stehenden Kloster, der eine absolute atemberaubende Choreographie bietet.
Doch abseits von der wirklich traumhaften Action hat „Tom Yum Goong“ doch einige eklatante Mängel, wobei man den Mangel an Schauspieltalent nicht wirklich aufführen kann. Da sind die viele andere Martial Arts Filme und B-Actioner nicht besser, auch wenn Tony Jaa trotz seiner atemberaubenden Fähigkeiten nicht über das Charisma anderer Genrestars verfügt. In den Nebenrollen wären bessere Darsteller natürlich wünschenswert gewesen, aber die meisten haben eh kaum Screentime und füllen ihre Klischeerollen recht gut aus.
Schlimmer sieht es jedoch im Plotbereich aus, zumal die Geschichte fast eine exakte Kopie von „Ong Bak“ ist. Sicher waren auch die alten Filme von Chan, Seagal, Van Damme und anderen Spezis selten wirklich originell, aber sie hatten Flair, mehr als eine Alibihandlung und in den besten Fällen sogar Spannung zu bieten. „Tom Yum Goong“ hat bei aller Liebe nichts davon, sondern ist eine reine Verbindung der Actionszenen. Die Subplots werden kurz angerissen und wieder fallengelassen (z.B. die Rolle der Zeugin oder die Machenschaften des Syndikats) und viele Nebenaspekte sind einfach unnötig. Die Gangster verknuspern nicht nur gerne exotische Tiere, sondern sind scheinbar in jedes kriminelle Unternehmen verwickelt: Mordanschläge, Menschenhandel, Drogen usw. Die Exponate ihrer Verbrechen sind in ihrem Restaurant sogar alle direkt nebeneinander aufgestellt, sodass die Chose dann stellenweise sogar unfreiwillig komisch wirkt.
So herrscht zwischen den Wemmsereien teilweise Langweile und so gut wie verteilt in „Drive“ oder „Red Force“ sind die Actionszenen hier nicht. So dauert es gerade in der Anfangszeit recht lange bis der erste vernünftige Fight kommt und der ist recht kurz. Er wird zwar noch von einer Bootverfolgungsjagd gefolgt, die aber ziemlich lasch gemacht ist und dazu noch in einer unsäglich schlechten CGI-Explosion endet. Apropos schlechtes CGI: Auch die computeranimierten Rückblenden hätte man sich besser gespart oder lieber mit realen Darstellern gedreht. Auch etwas unnötig wirkt der Witz mit dem Jackie Chan Double am Flughafen, aber er stört auch nicht direkt.
Doch im Gegensatz zu „Ong Bak“ haben die Beteiligten dazugelernt, sodass nicht jeder halbwegs spektakuläre Move aus drei verschiedenen Kameraperspektiven gezeigt werden muss. Immer noch liegen allerdings Welten zwischen der Inszenierung der Kampfszenen (Tony Jaa, Panna Rittikrai) und der Inszenierung des Rests vom Film (Prachya Pinkaew). Prachya Pinkaew leistet sich hier noch viele Schnitzer wie unsaubere Anschlüsse oder einen absolut unrhythmischen Schnitt; dabei hatte er es in „Born to Fight“ doch besser gemacht.
Die Fights in „Tom Yum Goong“ sind ein Traum, doch er braucht etwas um in Fahrt zu kommen und das Drumherum um die Kämpfe ist stellenweise richtig schlecht. Daher kann „Tom Yum Goong“ „Born to Fight“ nicht übertreffen, auch wenn Tony Jaa sicher der neue Stern am Martial Arts Himmel ist. Nur bessere Scripts und fähigere Regisseure wären für ihn von Nöten.
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