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Pakt der Wölfe (2001)

Eine Kritik von Arminowitsch (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 24.03.2003, seitdem 723 Mal gelesen


"Der Pakt der Wölfe" ist ein wirkliches Meisterwerk. Seit der Zeit von "Indiana Jones" und co hat es kaum ein Film mehr geschafft, eine so vielfältige, lebendige und schöne Fantasy-Atmosphäre zu kreieren. Christophe Gans erzählt in traumhaften Bildern eine teils auf wahren Legenden beruhende Abenteuergeschichte im vorrevolutionären Frankreich. Es geht um eine Wolfsbestie, die in Gevaudan ihr Unwesen treibt und wahllos Menschen tötet. Gregoire de Fronsac und sein indianischer Begleiter kommen hinzu, um zu ermitteln und decken ein intrigantes Komplott auf, geraten in den Konflikt mit monarchisch-konservative, kirchlichen und revolutionären Kräften.
Das Tolle an der Geschichte ist vor allem, dass sie viele überraschende Wendungen beinhaltet und wirklich alles betrachtet, was man vom klassischen Abenteuer-Kino erwartet: Es gibt Liebesgeschichten, fantastische Monster, schöne Landschaften, genial choreografierte Kämpfe,... Und letzendlich dreht sich alles um den Konflikt zwischen den Menschen selbst, und weniger um das Monster, was eh nur ein Instrumentarium zur Machtausübung darstellen soll.

Die Franzosen beweisen hiermit, dass sie unlängst Hollywood locker einstecken können, und dass Filme dieser Art auch in Europa produziert werden können, teilweise sogar ideenreicher und intelligenter. Denn auf plumpe Storygerüste wie in "Die Mumie" etwa (ein anderer neuer Hollwood-Abenteuerfilm fällt mir gerade nicht ein) wird verzichtet, statt dessen entfaltet sich eine komplizierte Geschichte mit sehr vielen Details, die einem teils erst nach mehrmaligem Ansehen auffallen.
Die Atmosphäre des Filmes ist somit nicht wirklich jedem zugänglich, da ein wenig eigene Vorstellungskraft und Hineinversetzen in die Situation - Mitdenken - gefordert sind. Wenn man sich aber drauf einlässt, dann bekommt man eine Welt serviert, die einen noch weiter von der Realität fliehen lässt, als es beispielsweise ein "Herr der Ringe" je schaffen kann. Denn stereotype Strukturen von Gut und Böse werden erweitert, aus Schwarzweiß werden Graustufen und Farben, die die Facetten der Charaktere und der Umgebung prunkvoll schildern, wobei der märchenhafte Charakter eines Fantasyfilms weiterhin beibehalten wird.

Außerdem sei noch erwähnt, dass die Actionsequenzen und Effekte grandios in Szene gesetzt worden sind. Mit viel Liebe zum Detail gemacht sitzt hier jeder Special-Effect (auch wenn manche die Bestie vielleicht blöd finden), jeder Zweikampf und jeder Zeitlupeneffekt (nicht wie bei John Woo, dessen Zeitlupenspackereien einem in M:I2 z.B. einfach nur auf den Sack gehen und völlig unpassend sind). Und schönere Frauen haben die Franzosen sowieso (Monica Bellucci!!!).

So vielseitig und schön kann Kino sein, dafür verdient es auch weiter neben TV, DVD und VHS zu existieren. Für jedes Interesse bietet "Der Pakt der Wölfe" genug Stoff, um sich einfach hineinfallen zu lassen, obwohl auch an den Zuschauer hier ein gewisser Anspruch gestellt wird.
Selbst der vielgepriesene "Herr der Ringe" kann dann einfach nicht mehr mithalten, und bevor ich mir den nächsten Fantasy-Superhelden-Mist vom "anderen Ufer" ansehen muss, zieh ich mir lieber nochmal den Pakt rein. Da sage noch einer, europäisches Kino wäre langweilig und belanglos - der soll von der Bestie von Gevaudan gefressen werden! Mehr als 10.


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