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Django - Ein Dollar für den Tod (1998)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 25.02.2007, seitdem 873 Mal gelesen


Ausgerechnet Italowestern-Ikone Tony Anthony („Ein Dollar zwischen den Zähnen“, „Blindman, der Vollstrecker“) produzierte für das amerikanische Fernsehen diesen soliden Genrebeitrag, der gern ständig darauf versessen ist die großen, europäischen Klassiker zu kopieren und dies auch überraschend ordentlich hinbekommt. Immerhin orientiert er sich an den Besten.
Als wirklich störend erweist sich dabei eigentlich auch nur der unpassende TV-Look, der „Dollar for the Dead“ sehr zum Nachteil gereicht und ihm leider viel von seiner Atmosphäre kostet.

Emilio Estevez („Freejack“, „Judgment Night“) schwingt sich acht Jahre nach „Young Guns II“ wieder auf sein Pferd und spielt einen schweigsamen Revolvermann, dessen Schnelligkeit ihm ständig das Leben rettet. Als er gleich eine Gruppe schießwütiger Verfolger über den Haufen schießt, zeigt sich der humpelnde Dooley (William Forsythe, „Dead Bang“, „Firestorm“) von seinen Schießkünsten so beeindruckt, dass er ihm eine Partnerschaft anbietet. Zusammen suchen sie nach einer versteckten Kriegskasse aus dem Bürgerkrieg. Die dafür nötige Karte setzt sich aus vier Revolverhalftern zusammen, die zusammengelegt den rechten Weg zum Schotter weisen. Die gilt es den Besitzern abspenstig zu machen, aber natürlich sind sie nicht die einzigen, die hinter dem Schatz her sind.

So Schwarz auf Weiß hört sich die Prämisse gar nicht einmal so schlecht an, genügend Action serviert der Film, oft im Hongkong-Style, auch, der allerletzte Kick fehlt aber leider.
Später muss das Duo sich zusätzlich noch mit einer Gruppe Schergen herumschlagen, die ein armes Wüstenkaff terrorisieren und weitere Darsteller wie Joaquim de Almeida („Desperado“, „Clear and Present Danger“), Howie Long („Broken Arrow“, „Firestorm“) oder Ed Lauter („The Longest Yard“, „The Big Score“) lesen sich im Vorspann auch relativ beeindruckend, Regisseur und Drehbuchautor Gene Quintano („Loaded Weapon 1“, „Honeymoon Academy“) ist allerdings nicht unbedingt der ideale Mann für diesen Stoff. Als Genrefremder kennt er die ganzen Vorbilder zwar zu genüge, zitiert sie auch ausführlich und beginnt gleich fetzig loszulegen, danach verflacht der Film aber. Es ist fraglich, wie viel Einfluss Tony Anthony da noch wirklich auf den Western nehmen konnte.

Keine Frage, die Struktur des Ablaufs, die manchmal ironisch übertriebenen Actionszenen und die Darsteller hinterlassen einen guten Eindruck, nur leider erstickt der TV-Look sämtliches Flair gleich im Keim, so dass „Dollar for the Dead“ trotz ausreichender Abwechslung und einer traditionellen Story kaum über den Genredurchschnitt herausragt. Die sich zum Ende häufenden Shootouts und eine gewisse Schmuddeligkeit helfen dabei genauso wenig wie Estevez, dem man trotz seiner klassischen Motivation (Rache) den mürrischen Fremden kaum abnehmen möchte. Er ist und bleibt ein Milchgesicht.


Fazit:
Solider Western, der ausführlich seine italienischen Vorbilder huldigt, aber nie an die Besten heranreicht. Der TV-Look erweist sich als sehr störend, obwohl Drehbuch, Darsteller und Inszenierung eigentlich soweit zusammenpassen. Genrefans können mal zugreifen und sich die muntere Zitatesammlung zu Gemüte führen.


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