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Stille Nacht, Horror Nacht (1984)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 03.05.2007, seitdem 362 Mal gelesen
"Stille Nacht Horror Nacht " ist ein kurzer und blutiger Slasher für Weihnachtsmuffel aus den Anfängen der 80er Jahre, in denen eine Hochkunjunktur für Horrorfilme dieser Art herrschte. Der unbekannte Regisseur Charles E. Sellier Jr. hat insgesamt nur vier Filme abgedreht, doch alle, inklusive diesem Film, sind bis heute kaum Jemandem bekannt. Die Direct To Video Auswertung ging an das Label New Vision und musste für eine FSK 18 Freigabe stark gekürzt werden. Slasher und Horrorfans kann ich zur ungekürzten DVD raten, welche aber auch ihren Preis hat. Für das restliche Publikum wird es sich gar nicht lohnen.
Story:
1974 wird der kleine Billy Zeuge, wie seine Eltern von einem Killer getötet werden, welcher als Weihnachtsmann verkleidet war. Selbst im Heim kann Billy dieses Erlebnis nicht verarbeiten, doch zehn Jahre später ist aus Billy ( Robert Brian Wilson ) ein starker Teenager geworden, welcher versucht das Erlebnis durch einen anstrengenden Job zu verdrängen. Aber in der Weihnachtszeit ist es an Billy den Weihnachtsmann zu spielen und da brennen bei ihm plötzlich alle Sicherungen durch. Im Kostüm beginnt er all seine Kollegen abzuschlachten. Jeder der ihm in die Quere kommt, muss dran glauben.
Das Genre wird hier zwar nicht neu erfunden, aber Billy hat immerhin ein Motiv, warum er dies tut. Wir bewegen uns hier auf verschiedenen Zeitebenen, als erstes im Jahre 1974 als Billy´s Eltern ermordet werden. Billy muss kurz darauf ins Heim. Hier leidet er unter der sehr strengen Erziehung der Nonnen, bis er schließlich 18 Jahre alt ist und einen Job in einem großen Spielwarengeschäft ergattert. Die erste Hälfte von " Stille Nacht Horror Nacht " beschäftigt sich nur mit diesen drei Themen, denn erst ungefähr in der Mitte des Films beginnt Billy´s Amoklauf. Bis dahin passiert also nicht sonderlich viel, langweilig wird es aber nicht. Als etwas störend empfinde ich nur die ständigen Rückblenden auf den Mord der Eltern.
In der zweiten Hälfte legt Sellier Jr. dann los und Billy beginnt im Weihnachtsmannkostüm blutig zu morden. Dabei bedient er sich aller Waffen wie Lichterketten, Hirschgeweihe, Pfeil und Bogen und speziell einigen Äxten. Die Morde sind auch das große Plus des Films, erstens ziemlich atmosphärisch, zweitens sehr blutig, drittens professionel in Szene gesetzt. Der Bodycount hält sich in Grenzen, aber die die Morde werden doch ziemlich explizit gezeigt. Brutal ist die Aufspießung auf dem Geweih oder auch das Abtrennen des Kopfes, oder die blutigen Resultate welche Billy hinterlässt. Die Indizierung ist also schon berechtigt. Zuviel sollte man auch nicht erwarten, gerade das Finale ist zu lasch geraten, aber die Spannung hält sich durch den gesamtem Film hinweg auf einem guten Niveau. Richtige Längen sind gar nicht vorhanden.
Die Weihnachtsatmosphäre gliedert sich gut in den Film ein, liegt auch daran, dass es noch nicht sehr viele Slasher mit dieser Thematik gibt. Überhaupt ist alles noch richtig altmodisch, was das 80er Jahre Flair noch deutlich verstärkt. Der Score ist auch gelungen, vor allem die richtig schrägen Sounds, die ab und an sogar mal einen Schauder über den Rücken jagen.
Den Grundstein für Teil zwei hat man hier auch schon gelegt, denn dort übernimmt Billy´s jüngerer Bruder Ricky den Part des Mörders, denn am Ende scheint auch er, durch die Mordlust seines großen Bruder angesteckt worden zu sein.
Bei den Darsteller sollte man keine Edelmimen erwarten. Es spielt sich alles auf durchschnittlichem Niveau ab. Robert Brian Wilson ist genau der Richtige für so eine Rolle, groß, recht kräftig. Billy´s Standardsatz:" Hier ist deine Strafe ".
Fazit:
85 unterhaltsame Slasherminuten, trotzdem nur was für Fans. Die Story kann man gut als solide bezeichnen, genauso wie die Darsteller. Die erste Hälfte könnte mehr Action und Spannung vertragen, richtige Längen tuen sich aber auch hier nicht auf. In der zweiten Hälfte geht es dann zur Sache, mit einigen sehr blutigen Morden und tollen F/X. Recht spannend und atmosphärisch umgesetzt mit altmodischer Kulisse und gelungenem Score.
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