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Lord of War - Händler des Todes (2005)

Eine Kritik von the silencer (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 21.02.2006, seitdem 300 Mal gelesen


Eigentlich hatte ich mir Lord of War als eine recht oberflächliche Satire über das Thema Waffenhandel vorgestellt, doch was Regisseur Andrew Niccol daraus macht, kann sich durchaus sehen lassen.

Zum Glück geht er die Problematik richtig an, indem er eben nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern sehr informativ, wahrheitsgemäß und konsequenterweise kontrovers in die Materie einsteigt. Erzählt wird der Werdegang des ukrainischen Flüchtlings Yuri Orlov, von einer zündenden Idee bis hin zum größten Waffenschieber des Globus. Dabei wird nicht mit Zynismus und Sarkasmus gespart, was nunmal Teil einer Satire ist und hier sehr gekonnt eingesetzt wird. Sollte demjenigen schon zu zweifeln geben, der das Kino verlässt ohne wenigstens an einigen Stellen gelacht oder geschmunzelt zu haben. Es bleibt jedoch nicht immer bei der reinen Satire. Gegen Ende werden dann schon mal ernstere Töne angeschlagen, die stellenweise auch ganz ohne Humor auskommen und eher an ein Drama erinnern. Natürlich entzieht sich Lord of War nicht der nötigen Moral, die zeitweise vor den Kopf stößt und nachdenklich stimmt, dennoch nicht plakativ, eher zweckmäßig ist. Die damit verbundene Kritik an dem Verhalten all jener, die größtenteils an einem Krieg beteiligt sind, vor allem aber an der dafür verantwortlichen Regierung, begleitet uns den ganzen Film über und lässt den Zuschauer stets bewusst darüber. Dennoch stimmt nebenbei immer die Balance zwischen den beiden Polen.

Darstellerisch ist der Film mit Nicolas Cage als Protagonist Yuri Orlov idealbesetzt, dem solche Rollen einfach am besten liegen. Als hätte er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht. Optisch auf Hochglanz poliert, wissen viele Bilder zu beeindrucken. Vor allem die Einführungssequenz, bei der die Kamera an einer Munitionspatrone von der Produktion bis hin zur Abfeuerung hängen bleibt, hat man so vorher noch nicht gesehen und wird sie auch in Erinnerung behalten. Immer an den richtigen Stellen eingesetzt, ertönt der Score, der aus vielen bekannten Musiktiteln zusammengestellt wurde und für die passende Stimmung sorgt.

Fazit: Trotz leichtem Nachlassen im Mittelteil, rappelt sich Lord of War zum Schluss hin wieder auf und wartet dort noch mit einer Nachricht auf das Publikum, die wahrhaftig zutreffend ist und zum Reflektieren anregt. Darüber hinaus ist "Händler des Todes" (so wie er im Deutschen untertitelt wird) sehr vielseitig, abwechslungsreich, unterhaltsam, interessant, zynisch und vergisst dabei nicht uns die Realität bewusst zu machen. Nebenbei wird man über die Vorgänge im Waffenhandel aufgeklärt, jedoch ohne große Ausschweifungen, sondern nicht mehr als nötig. Lord of War ist alleine schon von seiner Thematik her außergewöhnlich und dasselbe gilt in gewisser Weise auch für den eigentlichen Film.


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