Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 30.08.2005, seitdem 237 Mal gelesen
Unzählige Jahre mussten ins Land gehen bis Stanley Kubrick, möge er in Frieden ruhen, endlich sein überlanges Werk "Eyes Wide Shut" fertiggestellt hatte. Umso erstaunlicher ist es, daß die Qualität des Filmes dann doch eher mäßig ist. Zwar bietet "Eyes Wide Shut" einmal mehr eine nette Atmosphäre und auch in optischer Hinsicht gibt es einige sehr gelungene Kostüm-Szenen zu sehen, doch ist er im Gegenzug weder spannend genug, noch bietet er inhaltich genügend Substanz um durchgehend zu fesseln. Im Gegenteil: Manche Passagen fallen äußerst zäh aus und es ist einzig dem guten Spiel von Tom Cruise und Ex-Gattin
Nicole Kidman zu verdanken, daß der FIlm nicht in völliger Belanglosigkeit versinkt.
Daran können auch die vermeintlich provokanten Sexszenchen nicht viel ändern, die wohl bestenfalls im prüden Amerika für einen kleinen Aufschrei der Empörung gesorgt haben mögen. Hierzulande kräht kein Hahn nach im Untergrund der High Society agierenden Geheimgesellschaften, die dort ihren verborgendsten Gelüsten frönen.
Immerhin ist Kubrick die Charakterzeichnung recht gut gelungen, so daß unter Ausblendung aller vordergründigen Reize die dramatische Komponente insgesamt ausreichend unterhält. Im Zusammenspiel mit seinem ganz eigenen Regiestil ist "Eyes Wide Shut" trotz deutlicher Schwächen in Spannungsaufbau und Filmtempo trotz enttäuschendem Ende noch ein Ansehen wert. Sicherlich auch zu einem guten Stück Geschmackssache...