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Eyes Wide Shut (1999)

Eine Kritik von Schilli (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 04.10.2006, seitdem 435 Mal gelesen


„Eyes Wide Shut“ beginnt zunächst relativ verhalten, ruhig und lässt keinerlei Schlüsse zu was einen wohl noch erwarten wird. Erst in einer Schicksalsträchtigen Nacht unter dem benebelten Einfluss von Drogen beginnt die wahr Tragödie und es beginnen sich die ersten Abgründe zu zeigen.

Der Film verzichtet vollkommen auf Action-Elemente sondern versucht durch eine sehr ausführliche und detailreiche Erzählweise durch seine dabei sich aufbauende Atmosphäre den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Es ist jedoch keineswegs leicht, „Eyes Wide Shut“ über die gesamte Spielzeit von 150 Minuten intensivst zu folgen, da er doch sehr leicht Gefahr läuft in genau diesen detailreichen Abschnitte ein klein wenig zu langgezogen zu wirken. Oberflächlich betrachtet könnte man ihn in diesen Momenten auch als etwas Langweilig betrachten. Genau genommen scheint die Atmosphäre so ziemlich das einzige zu sein, worauf der Film abzieht, mal abgesehen von der vielen blanken Haut, welche durchaus ansehnlich ist, sowie der Kubrick – Typischen, sehr direkten Ausdrucksweise.

Der Film wirft einige Handlungsstränge aus, hält es aber in keinster Weise für notwendig, diesen in 150 Minuten Spieldauer in irgend einer Weise nachzugehen. Somit ich zum Ende des Filmes hin, die Frage allemal berechtigt „Warum und wieso das ganze?“. „Eyes Wide Shut“ verwirrt nicht gekonnt, sondern ganz einfach durch eine viel zu undurchdachte Handlung bzw. Story.

Die Darsteller, allen voran natürlich Tom Cruise und Nicole Kidman spielen sicherlich eine ihrer anspruchsvollsten Rollen ihrer Karriere, gleichzeitig verbunden mit einer bis dato selten gesehen Freizügigkeit, vor allem natürlich von Nicole Kidmann. Ebenso verstehen alle weiteren Schauspieler ihr Handwerk allemal und sei es nur der in einer Nebenrolle aus Frauenheld agierende Sky Dumont, welcher hierzulande wohl seit „Der Schuh des Manitu“ jedermann bekannt sein dürfte.

Meines Erachtens kann Stanley Kubrick alles in allem mit seinem letzten, als Meisterwerk prognostizierten und zum Teil auch gefeierte Film, „Eyes Wide Shut“, keineswegs an Klassiker und Meilensteine der Filmgeschichte, wie z.B. „Shining“ oder „Full Metal Jacket“ anknüpfen. Selbstverständlich ist dieses letzte Werk des Meisters ganz anders als erwartet und wie auch seine früheren Werke, hat mich aber im großen und ganzen nicht überzeugen können - ein wahrlich nicht glanzvoller Abtritt.

Wer auf die Werke von Stanley Kubrick steht, dem könnte „Eyes Wide Shut“ am ehesten gefallen. Trotz der doch etwas simplen Handlung und der lange Spieldauer vermag der Film eine sehr gute Atmosphäre aufbauen, welche aber bei dem einen oder anderen Betrachter einfach nur als Langweilig gelten mag. Bei mir war eher letzteres der Fall!


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