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Eyes Wide Shut (1999)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 24.12.2002, seitdem 1302 Mal gelesen


Eine Schauspielerregel besagt: Drehe niemals einen Film mit deiner Ehefrau! Hätten sich Herr Cruise und Frau Kidman besser daran gehalten, denn die Quittung gab es mit der baldigen Scheidung. Ob Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" mit seiner passenden Thematik da eine Rolle spielte?
Ich habe viel Bewunderung für den Regie-Altmeister übrig, aber mit "Eyes Wide Shut" als seinen letzten Film hat er einen schlechten Abgang gewählt, auch wenn Kubrick selbst den Streifen nicht endgültig vollendete.

Wie hier bei einigen Leuten von einem Meisterwerk die Rede sein kann, lässt mich wahrlich rätseln oder hat der große Name Stanley Kubrick da vielleicht die einen oder anderen Geschmacksnerven verblendet? Gewiss hat das angeblich meisterhafte Werk optisch einiges zu bieten. Mit viel Liebe zum Licht glänzen leidenschaftlich die Bilder des anfänglichen Balls und werden zudem von einer festlichen, aber auch klassischen Musik unterlegt. Eine edle Atmosphäre zieht zu Beginn durch die Bilder, kann aber im weiteren Filmverlauf nicht beibehalten werden. Die Kameraarbeit allerdings stimmt zu jeder Zeit und die festlichen Klänge werden später durch oftmals einzelne Klaviertöne ersetzt. Auch die Darsteller überzeugen in ihrer Spielweise; Tom Cruise, der die Eigenschaft besitzt, Filme von seiner Persönlichkeit abhängig zu machen, liefert eine qualitativ gute Leistung ab. Nicole Kidman beweist wie gewohnt viel Leidenschaft und macht ebenfalls einen guten Gesamteindruck, auch wenn ihre an einer Stelle überdrehte Kidman-Lache in den Ohren kratzt. Sogar Nebenrollen wurden unter anderem mit dem charmanten
Sky Dumont hervorragend besetzt.

Doch was nützt ein optischer, teilweise auch akkustischer Leckerbissen, wenn das Gesamtwerk völlig inhalts- und aussagelos ist. Eine vernüftige Story lässt sich höchstens ansatzweise erkennen. Die Thematik dreht sich, grob gesagt, rund um den Seitensprung. Dazu wird dann eine Tüte geraucht und frei aus dem Nähkästchen können sexuelle Fantasien mit anderen Partnern ausgeplaudert werden. Tiefsinnig hinterfragt der Film in einer grotesken Art und Weise die Moral, präsentiert scharfe Dialoge über die Natur der Frau und des Mannes, bleibt dabei prinzipiell aber sinnlos. Eine mysteriöse Veranstaltung, in meinen Augen eher ein als okkultistisch getarnter Swinger-Club, gibt außerdem Rätsel auf und ist nur Fleischbeschau, inklusiver groß angelegter Tittenshow. Dass die Bilder und Kameraeinstellungen dabei stimmen, ist doch irrelevant und lässt eher andere besser nicht ausgesprochene Ahnungen vermuten.

Ob dies nun unterhaltungsfördernd ist, sei mal dahingestellt, sicher ist aber: "Eyes Wide Shut" ist so spannend wie Rosenkohlessen. Soll jeder soviel reininterpretieren, wie er will, aber in meinen Augen ist das ein anspruchsloser überflüssig in die Länge gezogener, sinnloser Streifen in Hochglanz verpackt. Dazu sage ich getrost: Nein Danke! (Noch 3/10 Punkten)


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