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Eyes Wide Shut (1999)
Eine Kritik von sid.vicious (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 16.06.2010, seitdem 348 Mal gelesen
Arthur Schnitzlers Traumnovelle fand ihre cineastische Umsetzung im Jahr 1999. Die traurige Nachricht, dass 2 Tage nach der Fertigstellung des Films, sein Regisseur Stanley Kubrick verstarb verschaffte dem Film einen Ausnahmestatus in den Medien.
Der Großteil der Leserschaft in der Boulevardpresse wurde wohl zum ersten Mal mit seinem Namen konfrontiert und sah sich infolgedessen seinen Film an, anfangen konnte diese natürlich gar nichts damit. Eyes wide Shut ist einer der Filme welcher der Masse nicht gefällt, da sie nicht in der Lage ist, diesen zu verstehen oder sich in diesen einzubeziehen.
Eyes wide Shut ist das Vermächtnis eines großen Regisseurs, eines Genies. Gerne stelle ich den Vergleich zweier Regiegrößen an: Alfred Hitchcock und Stanley Kubrick. Beide auf ihre eigene Weise brillant. Hitchcock aus dem Kleinen heraus, er zentralisiert den Kern einer kleinen Stadt, seiner Bürger und ihrer Probleme. Kubrick hingegen als göttlicher Gesandter, über allem stehend, die Grenzen verlassend, als Schachfigurenziehender Herrscher des Universums.
Seine Bilder in Eyes Wide Shut sind geprägt von einer bis dato nie da gewesenen Intensität. Alles verläuft in großen, weiten Räumen die in einer Unendlichkeit zu münden scheinen. Bilder in denen man versinkt um eins zu werden mit Kubricks einzigartiger Traumwelt. All dieses zeichnet den Film aus, es gab selten einen Film in dem eigentlich so gut wie Nichts passierte, aber dieses gewisse Nichts einfach phantastisch dargestellt wurde. Eyes wide Shut lässt den Zuschauer in einer entspannten, herbstlich, winterlichen Gemütlichkeit dahin treiben und zelebriert ein Event für die Sinne. Die Darsteller werden eher zur Nebensache, obwohl Cruise und Kidman ihre Rollen wirklich hervorragend vermitteln. Eyes wide Shut ist Kubricks Hinterlassenschaft, kein anderer Film zeigt so intensiv die Selbstverliebtheit des Regisseurs, wie dieser.
Eyes wide Shut zeigt ein beschauliches ruhiges Ende, welches sich dem gesamten Film unterordnet, es klingt leise und beschaulich aus, genau dieser ruhige, eigentlich nichts sagende Dialog resümiert den gesamten Film und mündet in einer verträumten Abspannmelodie.
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