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Leben ist schön, Das (1997)

Eine Kritik von JahRose (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 15.12.2006, seitdem 345 Mal gelesen


Der italienische Kellner Guido Orefice (Roberto Benigni) verliebt sich in die attraktive Dora (Nicoletta Braschi). Dora bleibt seinen Annäherungsversuchen eher resistent und beachtet ihn wenig. Guido ist hartnäckig und kann Doras Herz mit seinem Charme und Humor gewinnen. Aus ihrer Liebe kommt der aufgeweckte Junge Giosué (Giorgio Cantarini) hervor. Die Familie ist sehr glücklich wäre da bloß nicht eine Sache: Guido ist Jude und es brechen harte Zeiten für Juden an.

Der Wandel in ihrer Umgebung macht sich durchaus spürbar. So sehr, dass sogar dem kleinen Jungen Giosue Fragen auf der Seele brennen, die sein Vater nur mit humoristischen Einfällen und Lügen beantworten kann. Doch die Lage spitzt sich immer weiter zu und die Familie Orefice wird von den Nazis in Konzentrationslager deportiert. Um so ernster die Lage wird um so schwieriger wird es für Guido sich bessere Lügen für seinen Sohn einfallen zu lassen. Die Alternative ihm die Wahrheit zu sagen, kommt für Guido nicht für ein Bruchteil einer Sekunde in den Sinn.

Kritik:
Das Thema ist nicht neu und wir alle haben es im Geschichtsunterricht zig mal durchgenommen. Auch Hollywood war fleißig und hat brav viele Filme über die Judenverfolgung gedreht. Benigni hebt sich doch von den anderen Filmen dieser Machart ab. Das merkt man schon am Anfang des Films.

Zu Beginn des Films sieht man eher einen romantischen Film mit komödiantischen Elementen. Die Bilder und Musik tragen Benignis Humor und unterstreichen die glanzvolle und bezaubernde Atmosphäre. Später wird die Geschichte ernster, die Romantik geht unter und die Bilder werden trister. Durch die Ernsthaftigkeit des Geschehens verliert Benignis Humor an Leichtigkeit und gewinnt viel mehr an Tragik.

Es ist schon sicherlich gewagt spielerisch und humorvoll an einem solch ernsten Thema heranzutreten. Aber Benigni wird nie Respektlos, sondern zeigt einen jüdischen Familienvater, der seinen Sohn über alles liebt und ihn schützt. Der Guido im Film hätte auch ganz anders reagieren können, er hätte dem Jungen die Wahrheit sagen können. Doch genau da ist das Problem: was sagt man einem Kind und wie erklärt man das? Guido zieht daher die Lüge vor.

Roberto Benignis Guido ist einfach toll. Sehr eloquent redet und redet er und verzaubert nicht nur den kleinen Giosué, sondern auch mich. Filmpartnerin Nicoletta Braschi will sich nicht mit Benignis Humor messen, stattdessen glänzt sie durch ihre starke Ausstrahlung und gibt ihrer Dora eine Menge Würde und Charisma. Phantastisch ist auch Horst Buchholz als der Rätselfan und KZ Arzt Dr. Lessing.

Die Tragikkomödie aus dem Jahre 1997 hat ganz zurecht drei Oscars eingeheimst (bester fremdsprachigen Film, beste Musik eines Dramas und bester Hauptdarsteller).


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