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Stephen King's Stark (1993)

Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 08.05.2002, seitdem 1414 Mal gelesen


Eine Stephen King-Verfilmung zu drehen ist nicht einfach. Es gibt viele gute Beispiele, aber auch viele Ergebnisse, die weit unter Durchschnitt pendeln. "Misery" zum Beispiel ist so ein Film, der seiner Romanvorlage sehr gerecht wird, und einfach nur perfekt auf der Leinwand funktioniert.

Und ähnlich verhält sich auch "Stark". Denn dieser Film ist nicht nur oberflächlich, sondern auch inhaltlich mit "Misery" verwandt. Zunächst orientieren sich beide sehr stark an ihrer Romanvorlage, im Falle "Stark"s liegt das eindeutig an der freundschaftlichen Beziehung zwischen Autor Stephen King und Regisseur George A. Romero ("Zombie"). Romero benutzt teilweise Dialoge aus dem Buch eins zu eins. Die ganze Atmosphäre und die Verteilung von harten Shockszenen gelingen dem Horrorspezialisten insgesamt sehr gut. Einen Glückstreffer hat Romero auch in der Besetzung Timothy Huttons gelandet. Der sonst eher smart-zurückhaltene Actor steigert sich als untoter George Stark in Topform.

Aber, wie oben erwähnt, ähnelt "Stark" "Misery" auch inhaltlich. Ging es bei "Misery" um einen Schriftsteller, der in den Fängen eines fanatischen Fans sitzt, der seine Zuneigung mit Folter und Qual ausdrückt, wird auch bei "Stark" eine Urangst (und vermutlich auch eine sehr persönliche Paranoia des Herrn King) eines jeden Schriftstellers beschrieben: Der Autor Thad Beaumont hat insgesamt fünf Bücher verfaßt. Sein Erstlingswerk war sensibel und künstlerisch - ein Fest für die Kritiker, aber Kassengift. Seine nächsten vier Werke veröffentlicht Beaumont unter dem Pseudonym George Stark. Es sind blutrünstige, böse Alpträume, die er hier niederschreibt - mit Erfolg! Doch als er mit seinem perversen Alter ego brechen will, verselbstständigt sich dieses und beginnt mit dem Terror.

Romero schafft es, trotz ein paar klitzekleiner inszenatorischer Schwächen, einen kompakten Horrorthriller in tollen Bildern und einem entfesselten Showdown zu drehen. Und dabei verzichtet er glücklicherweise auf Splattereffekte á la "Zombie", und konzentriert sich eher auf Psychologie und Suspense. Zwar ist und bleibt "Misery" der bessere Thriller, "Stark" gehört eindeutig zu den besten King-Verfilmungen.


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