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Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula (1990)

Eine Kritik von John Williams (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 29.12.2005, seitdem 822 Mal gelesen


Das Liebesdrama Wild At Heart von David Lynch mit Starbesetzung ist ein weiteres Meisterwerk, welches sogar als der beste Film in Cannes gewählt wurde und somit die goldene Palme bekommen hat. Wie es ja typisch für Mr. Lynch ist, sind die Charaktere total abgefahren dargestellt und das Geschehen muss sehr genau verfolgt werden, denn sonst verliert man schnell den Faden der Story.

Sailor ist ein etwas gewalttätiger Mensch, der nicht davor zurückschreckt den Nächstbesten einfach umzuhauen. Lula ist eine launische naive Frau, die obendrein noch Kettenraucherin ist. Die beiden lieben sich wie Romeo und Julia. Nur da gibts noch Lunas Mutter, die Sailor unbedingt beseitigen will, da sie glaubt, dass dieser vor einem Jahr Zeuge des Todes von Lulas Vater war (für dessen Tod sie verantwortlich ist). So schickt sie ihm einem Killer auf den Hals, der in Sekundenschnelle von Sailor in aller Öffentlichkeit so oft gegen die Wand gehauen wird, bis sein Gehirn herausquillt. Sailor landet im Gefängnis und kommt ein Jahr später auf Bewährung raus. Lula holt ihn ab und beide wollen verschwinden. Lulas Mutter passt das gar nicht und schickt einen Auftragskiller, der gleich noch 4 weitere anheuert um sich helfen zu lassen und einen Detektiv um sie zu finden. Sailor und Luna durchleben ab da eine Roadtour der sehr abgefahrenen Art.

Was Wild At Heart vermutlich sehr gewöhnungsbedürftig für den Einen oder Anderen macht, ist dass Mr. Lynchseinen Film mit solchen gewaltigen Gegensätzen vollgepumpt hat, wie es nur geht. Ein Beispiel: Sailor und Luna gehen bei einem Hardrockkonzert ziemlich ab, als ein Typ sich an Luna heranmacht, macht Sailor ihn fertig und singt mit der Band einem Song von Elvis (obwohl er nicht mal zur Band gehört). Die Stimmung schwingt hier ziemlich heftig schnell um. Die Gegensätze treffen immerwieder aufeinander, bis zum Gehtnichtmehr und das ist schon sehr interessant gezeigt. David Lynchs Stil zeichnet sich hier auch ganz deutlich ab. Einige Szenen sind mit einem sehr tiefen Basston untermalt (also wenn das kein typisches Lynch- Zeichen ist - ). Die Gewaltszenen sind schon recht heftig in Szene gesetzt, die Liebesszenen ebenfalls. Das Liebesleben wird vor allem durch die Sexszenen sehr gut erläutert. Im Grunde wird die Liebesgeschichte von Sailor und Luna mit Gewalt und Sex erzählt und erläutert. Die Schauspieler spielen allesamt sehr gut und verleihen ihren Rollen auch die nötige Tiefe. Die Musik von Angelo Badalamenti passt sehr gut zum Gesamtbild und trägt sehr zur Atmosphäre bei. Qualitativ erreicht dieses Werk genau das Niveau der anderen Werke von David Lynch und ist damit ein Meisterwerk der besonderen Art. Wie immer: 10 von 10 Punkte.


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