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Rom [TV-Serie] (2005)
Eine Kritik von Batty (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 05.05.2007, seitdem 2641 Mal gelesen
Nachdem ich nun seit einigen Jahren die tolle HBO-Serie "Band of Brothers" im DVD-Regal stehen habe, war ich neugierig auf "Rom". Da es ewig zu dauern scheint, bis hierzulande mal eine Episode über den Schirm flimmert, geschweige denn die Kaufversion erscheint und die mit deutschem Ton ausgestattete GB-Version mit 55 Euro doch recht teuer ist, habe ich in der Videothek zugeschlagen und alle 12 Folgen der ersten Staffel für rund 25 Euro erworben. Der Kauf hat sich wirklich gelohnt!
Der US-Kabelsender HBO erzählt die mehrfach Emmy-preisgekrönte Geschichte des großen Imperiums, beginnend von Julius Caesars Disput mit Pompeius, über seine Affäre mit Cleopatra bis hin zum bitteren Ende des Imperators.
Die Spirale aus Macht, Intrigen und Sex dreht sich in epischer Breite. HBO hat sich weitgehend an die historischen Fakten gehalten und zusätzlich telegene Figuren mit ebensolchen Schicksalen eingewoben. "Rom" bietet also eine ausschweifende Geschichtslektion plus Seifenoper auf hohem Niveau.
Wie es sich für eine solche Mammutproduktion gehört, wurde bei Inszenierung und Ausstattung nicht gerade gekleckert. Auch wenn das riesige Rom selbst auf wenige Straßen beschränkt wurde, fühlt man sich glaubwürdig in die damalige Zeit zurückversetzt.
Ohne großes Staraufgebot durften sich in den ersten 12 Episoden bekannte Regisseure wie Michael Apted und Mikael Salomon austoben und den Blick der Zuschauer auf das zügellose Leben der römischen Bürger lenken. Damals gab es scheinbar kein Schamgefühl: Da war ein Puffbesuch genauso normal wie Zuschauer beim Sex daheim. All das wird genauso als selbstverständlich und offen gezeigt, wie die Geschlechtsorgane von Männchen und Weibchen. Auch in Sachen Blut und Gewalt hält man sich in der Tradition von "Braveheart" und "Gladiator" nicht zurück (extrem deftig: Episode 11!). Mord und Totschlag waren an der Tagesordnung, von Skrupel keine Spur.
Leider gibt es keine üppigen Schlachten oder Massenszenen zu bewundern (wie ich eigentlich erwartet hatte) da die interessanten Figuren und die durchweg stringente Story im Mittelpunkt stehen.
Trotz wenig prominenter Namen haben die Produzenten bei den Darstellern die richtige Auswahl getroffen. Ceasar und Co. sehen ihren Originalen tatsächlich ähnlich. Alle samt überzeugen durch gutes Spiel; vor allem Ciaran Hinds kann als charismatischer Imperator beeindrucken. Die Hauptdarsteller Kevin McKidd ("Dog Soldiers") und Ray Stevenson bieten sich für Größeres an.
Fazit:
Kurzweiliger, teils sogar recht spannender Trip durch Roms Geschichte mit stimmig ausgearbeitenen Charakteren. Optisch, technisch und schauspielerisch ein absoluter TV-Leckerbissen. Bitte mehr davon! 9/10 Punkten.
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