Ansicht eines Reviews

Rom [TV-Serie] (2005)

Eine Kritik von tikonda (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 25.08.2010, seitdem 456 Mal gelesen


Info: ROM ist eine in Staffeln produzierte Serie mit insgesamt 22 Folgen. Anhand der fiktiven Leben zweier Römer schildert die Serie den Untergang der Republik und Entstehung des Kaiserreichs in den Jahren 50 bis 27 vor Christus.

Story: Das Jahr 50 vor Christus. Die Römische Republik beherrscht Europa. Zwei
Römer, der Zenturio Lucius Vorenus und der Legionär Titus Pullo dienen
in den Legion unter Gaius Julius Cäsar in Gallien. Anhand ihrer beider persönlichen
Geschichten wird das Panorama des Untergangs der Republik, Cäsars Tod, der beiden Triumvirate, des Bürgerkrieges und des Entstehens des römischen Kaiserreichs ausgebreitet. Historisch einerseits detailliert und an vielen Stellen korrekt erzählt, andererseits unterhaltsam und eingängig wird Leben und Sterben, Gewalt und Liebe, Alltag und Sex in antiken Rom in eindrucksvoller Detailliertheit gezeigt: man speist immer in Gesellschaft, Essen dient politischen Zusammenkünften, vor Sklaven zeigt man sich problemlos nackt, Klassenunterschiede werden ausgelebt und deutlich dargestellt, Sex findet quasi in der Öffentlichkeit statt, denn das christliche anerzogene Schamgefühl gibt es noch nicht, der Staat wird zur Geisel der Klasseninteressen, Heiraten finden zum Schmieden von Bündnissen statt, das Abschlachten politischer Gegner gehört zum Alltag und wer sich nicht selbst verteidigen kann, dient ohnehin nicht zum Dienst in den Legion und ist daher entbehrlich. Mord wird daher nur selten bestraft. Dies ist Rom im letzten Jahrhundert vor Christus. Vorenus' und Pullos Leben kreuzt immer die Bahnen der Mächtigen der Zeit und sie geraten in die Geschehnisse, welche die Republik zerstören werden und den dann 36jährigen Octavian zum Kaiser machen wird.

An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir mehr inhaltlichen, historischen oder persönlichen Tiefgang gewünscht. Aber insbesondere die rasend schnelle zweite Staffel wurde bereits unter der Kenntnis produziert, dass es keine weitere geben würde. Angesichts dessen wollten die Produzenten mit der "Machtergreifung" Octavians die Serie schliessen und kamen zu diesem schnellen Handlungsablauf, der die meisten wichtigen Ereignisse zwischem dem Gallischen Krieg und Antonius Tod in Ägypten aufgreift und in die Handlung verwebt.

Darsteller: Die Darsteller sind in Deutschland weitgehend unbekannt, aber meist erfahrene britische Fernseh- und Filmdarsteller. Diese Erfahrung sieht und merkt man, denn sie können reife Charaktere hervoragend darstellen. Ciarán Hinds als Cäsar, Mark Purefoy als Marcus Antionius, Kevin McKidd als Lucius Vorenus, Polly Walker als Atia oder Lindsay Duncan als Servilia spielen mit Leidenschaft und sichtlicher Hingabe.

Musik: Für Musik ist das Stichwort "Untermalung" hier eher Leitlinie gewesen. Sie wird eher zurückhaltend und weniger präsent eingesetzt, vielleicht ein kluger Hinweis darauf, dass auch in der Antike Musik etwas für Feste und Feiern und nicht für den Alltag war. Das Intro ist jedoch fast schon ein Ohrwurm und Lauten- oder Flötenklänge werden an viele Stellen atmosphärisch eingesetzt. Das wirkt durchaus authentisch und gibt ROM eine besondere Note.

Kamera/Bilder: Nun, hier ist eigentlich nichts besonderes zu nennen. Die Darstellung von Blut, Sex, Gewalt, Tod ist explizit und an der ein anderen Stellen (Ciceros Tod, Cäsars Tod, diverse Schlachten) nichts für Zartbesaitete. MMn: gut so. Es gibt genug Kinderserien im Abendprogramm, Rom war eine gewalttätige Stadt und ROM sieht das genauso.

Fazit: ROM ist in meinen Augen die beste historische Serie, die jemals gedreht wurde. Auf den ersten Blick heisst das nicht unbedingt viel, denn in diesem Genre gibt es nicht gerade ähnliche viele Mitbewerber wie bspw. bei Mystery oder Comedy. ROM sticht schon deswegen heraus. Es ist der Detailreichtum, welcher ROM so besonders macht. In nahezu jeder Folge hört man dem Ausrufer auf dem Forum bei wichtigen oder weniger wichtigen Ankündigungen zu, die Wände von Straßen und Gebäuden sind übersät mit Schmierereien, die Kleidung von Männern und Frauen wirkt schmutzig-authentisch, nicht opulent wie in alten Sandalenfilmen, die Legionen sehen aus, als kämen sie geradewegs von der Schlacht - was zu dieser Zeit meist der Fall war.
Alle wichtigen und auch viele unwichtigeren Charaktere werden hervorragend gezeichnet, sowohl von der Storyline her, als auch durch die Schauspieler.
Die etwa 100 Millionen Dollar, welche für beide Staffeln aufgebracht wurden, sieht man, indem man sie eben nicht sieht. Stattdessen wirkt ROM echt, groß, schmutzig, lebendig und die Serie ist so, wie man sich Fernsehunterhaltung vorstellt: anspruchsvoll, unterhaltsam, in Teilen lehrreich und echt. 9 von 10 Punkten sind mehr als verdient und es ist ein Jammer, dass die Serie nur zwei Staffeln umfasst.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "tikonda" lesen? Oder ein anderes Review zu "Rom [TV-Serie] (2005)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von tikonda

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

221 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Paranormal Investigations 3 (2009)
Weiße Hai, Der (1975)
Hellraiser III - Hell on Earth (1992)
Gesetz der Rache (2009)
Hong Kong Ghost Stories (2011)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich