|
 |

Ansicht eines Reviews
Dr. Chopper (2005)
Eine Kritik von McHolsten (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 17.10.2005, seitdem 388 Mal gelesen
“Dr. Chopper” ist ein nettes B-Filmchen das ordentliche, wenn auch durchschnittliche Videothekenkost bietet. Nicht wirklich spektakulär, aber nett gemacht und sicher in einer geselligen Runde mit ein paar Bieren besser geeignet als Film zum “so schauen”. Trotzdem goutierbar, aber man sollte schon Spaß an B-Filmen haben, denn der Titel ist Programm: der Doktor fährt eine Chopper, auch trennt er Körperteile ab (to chop = abtrennen). Haha, was für ein Wortspiel. Jedenfalls ist der Spaß beabsichtigt und nicht unfreiwillig, wenn auch die deutsche Synchronisation sicher den Film tumber macht als er ist.
Die Story ist gelinde gesagt “für den Arsch”, ein irrer Arzt will mittels Transplantationen Unsterblichkeit erlangen, wird bei seinen Experimenten gestört und tritt die Flucht in einen abgelegenen Wald an. Zwanzig Jahre später machen sich ein paar auf jugendlich getrimmte Twens auf genau in diesen Wald zu fahren um eine geerbte Hütte zu besichtigen. Von den dutzenden Vermisstenmeldungen am hiesigen Supermarkt lassen sie sich genauso wenig abschrecken wie von einem geistig verwirrten Mädchen das ihre Freundin sucht…
Um erst einmal auf den Titel zu kommen: ja der Doktor fährt mit einer Chopper durch den Wald, ja der Doktor amputiert auch ein paar Mal. Aber er ist kein “Easy Rider” und auch kein “Dr. Giggles”; sprich beide Komponenten werden ziemlich oberflächlich behandelt. Es gibt ein paar Aufnahmen wo er durch den Wald düst, ein paar Aufnahmen wo Körperteile abgetrennt werden. Letzteres geschieht aber eigentlich nur im Off, sichtbare Gewalt ein- zweimal wo ein Messer wem in den Bauch/Rücken gerammt wird. In Zeiten von “Wrong Turn” und Co. Ist hier die FSK16 Freigabe okay, es liegen eine Menge Körperteile in der Gegend rum, dann wird einmal an einem Arm gekaut aber das war es schon - wie gesagt nicht übermäßig hart alles und im Rahmen der trashigen Inszenierung durchaus nachvollziehbar diese Freigabe.
So seicht die Effekte sind so seicht auch die Figuren: nachdem der Doktor vorgestellt wurde kommen die Twens dran - alle nett, aber die Mädels gehen nur okay, sind leider nicht so hübsch wie es sich für eine solche Art Film gehört, dürfen aber dennoch ab und an im BH rumlaufen und hysterisch kreischend wegrennen, kommt der Killer oder seine drei kannibalisch veranlagten Helferinnen. Darstellerisch gehen diese in Ordnung, wenn auch kaum gefordert und merklich durch die Synchronisation abgeschwächt. Trotz aller Plattheit gibt es ab und an sogar etwas wie Emotionen und Ansätze von charakterlichen Zügen. Besonders die Darstellung des verwitweten Rangers ist diesbezüglich gelungen. Insbesondere die Szene in der er von Selbstzweifeln geplagt wird und sich eine Kugel in den Kopf jagen will passt dramaturgisch überhaupt nicht zum Rest, hebt sich wohltuend ab.
Das Erzähltempo ist hierbei recht flott ausgefallen; auch wenn es nicht immer spannend ist, größtenteils wird man unterhalten. Es gibt manch recht gut gemachte Momente, man muss vor allem den Score positiv erwähnen der es den Spagat schafft in einem Moment den Zuschauer ob sanftem erotischen Geplänkel zu entspannen, dann aber im nächsten Moment wieder ob seiner pulsierenden Dramatik Spannung zu schaffen. Atmosphärisch nicht sonderlich dicht, aber die gesamte technische Inszenierung (Kamera, Schnitt, Musik) ist eigentlich als gelungen zu bezeichnen und überhaupt nicht “B”. Lediglich bei mancher Kulisse (Büro des Sheriffs) oder dem kalkweißen Make-Up des Doktors merkt man die billige Machart an.
Der Doktor, über den habe ich bisher noch nicht viele Worte verloren. Gibt auch nicht viel zu sagen, er ist ein Killer wie jeder andere auch mit vielleicht ein wenig mehr Hintergrund als wie jeder andere. Besonders bedrohlich wirkt er in seinem WW2 Motorrad Outfit nicht gerade, aber irgendwie hatte er schon seinen Charme; jedenfalls mal was anderes als das was man sonst zu sehen bekommt. Zu sehen bekommt man also einen leichtfüßigen Film der sich nicht sonderlich ernst nimmt, jedoch unterhalten kann. Wie gesagt Videotheken-Film von der Stange; Trash-Freunde sollten mal reinschauen.
5,5
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von McHolsten
Zurück
 |
 |
|