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Dr. Chopper (2005)

Eine Kritik von ChristianLadewig (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 16.11.2005, seitdem 282 Mal gelesen


Dr. Chopper

Prolog: Vor zwanzig Jahren. Ein Chirurg hält seine beiden Pornokrankenschwestern an, ein auf Bahren gefesseltes Pärchen in Stücke zu reißen. Prompt wird diese Aufgabe von den euphorisierten Medizinisch Technischen Assistentinnen aus Silikon auch saftig blutig erledigt. Die Polizei findet die Spuren des Chirurgen DR. CHOPPER, der Äskulapstabsoffizier (nicht von mir...) mit dem Namen, dessen Wortspielherkunft tatsächlich das Intelligenteste am ganzen Film ist, kann freilich nicht mehr Dingfest gemacht werden.
Sprung in die Gegenwart.
Wie völliges Kanonenfutter, prädestiniert für den ganzen Werkzeugkoffer eines JASON VOORHEES wirkt die Gruppe strahlzahniger und sehr kalifornischer Studentenarschlöcher, die sich auf eine Sauf- und Rammeltour in die einsamen Hügel aufmacht. Auch eine panische Lesbe und das von Vermisstenanzeigen übersäte Schwarze Brett am letzten Drugstore der Zivilisation dienen den geilen Urlaubern natürlich nicht als Warnung.
Hinter den Hecken angekommen, wird man sich erst nach dem Auftauchen eines älteren Herrn auf seinem Motorrad – sie verstehen, Chopper und „to chop“, gell? – merkt man, dass man doch besser ins Kloster gegangen wäre. Der Doktor arbeitet nämlich fieberhaft an einem Verjüngungsserum auf Menschenwurstbasis. Da kann selbst der dicke Sheriff, der wie MICHAEL PARÉ aus STRASSEN IN FLAMMEN in alt und feist aussieht, nichts mehr reißen...
Was für ein Scheiß! DR. CHOPPER ist ein etwas großzügiger finanzierter Undergroundfilm, dessen Macher nicht kapiert haben, wie lange die elenden Achtziger nun doch schon vorbei sind. So konsequent wird die Instant-Todesstrafe für fickende und Drogen petzende Obergrenzenteenies durchgesetzt. Man möchte als unbeteiligter Zuschauer glatt an seiner Eishockeymaske ersticken. Die Synchronisation, auf meiner DVD war nur deutscher Ton, schafft das oftmals unfreiwillig probierte aber selten erreichte Schrottideal: Sie ist so exorbitant bescheuert, dass sie schon wieder gut ist.
Sie ist es auch, die DR. CHOPPER vielleicht besonders für Leser interessant macht, falls sie im stationären Pflegebereich arbeiten. Lernt man hier doch, wie schön und auch ausfüllend es für alle Beteiligten sein kann, wenn schwerstbehinderte Mitbürger den Darstellern eines amerikanischen Horrorfilms ihre medikamentös betäubten Stimmen leihen dürfen. Was, die Sprecher sind gar nicht Bewohner des integrativen Kunstwohnheims Sankt Gysmanthien? Das kann, möchte und werde ich nicht glauben.
Oder aber das ganze Demenz-Einerlei ist ein betonter Trashheuler wie SKELETON MAN. Feinst ziseliert von augenzwinkernden Genrewichtigtuern für ihre Geistesverwandten unter der Zuschauerschaft. Hierfür spräche, dass eine der Gehilfinnen des geriatrischen Schlächters exakt das Make-Up von ERICA BLANC im Pseudo-Giallo THE DEVIL’S NIGHTMARE aufgelegt hat und an abgehackten menschlichen Gliedmaßen knabbert, dass man sich an italienische Kannibalenklopper längst vergangener Zeiten erinnert fühlt.
Verwirrung allenthalben.

Urteil

Debile Slasher-Nummernrevue, die knochenhart durchzieht, was spätestens bei SCREAM zur Zielscheibe selbst des vorbildungslosesten Spötters geworden war. Aufkommende Retrogefühle und die unbeschreiblichste deutsche Synchronarbeit seit diversen Kickboxdramen der späten Eighties machen DR. CHOPPER zu einem Bastard aus Totalausfall und potentiellem Trashkult-Favoriten. Selbst ein Bild machen bitteschön.


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