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American History X (1998)

Eine Kritik von LadyMillennium (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 30.05.2007, seitdem 513 Mal gelesen


American History X ist ein Film, der sicherlich jedem, der in bereits einmal gesehen hat, dauerhaft im Gedächtnis bleibt, denn er beschäftigt sich mit einem der umstrittensten Themen unserer Gesellschaft: der Neo-Naziszene.

Groß, rot und drohend thront das X am Ende des Filmtitels und erzählt die Geschichte des amerikanischen Skinheads Derek Vinyard (Edward Norton). Er ist Anführer einer bekannten Neo-Nazi-Gruppe und geht unerbittlich gegen alle vor, die keine hart arbeitenden, weißen Amerikaner sind. Doch schließlich bringt er sich durch einen Mord selbst ins Gefängnis. Hier regieren die vermeintlichen "Nigger" und schnell werden Dereks Hakenkreuz-Tattoo und seine damit verbundene Gesinnung zu einem gefährlichen "Brandmal", denn die weißen Rassisten im Knast stellen sich nach einem Zwischenfall gegen ihn. Nur dank eines farbigen Mithäflings, zu welchem sich eine Freundschaft entwickelt, überlebt der kahlköpfige Einzelgänger die 3 Jahre im Gefängnis. Der nun umgekrempelte Derek bemerkt nach seiner Entlassung mit Entsetzen, dass sein jüngerer Bruder und gleichzeitig größter Bewunderer, Danny (Erward Furlong), auf die gleiche schiefe Bahn wie er gerrät und so versucht er ihn davon abzubringen. Aber nachdem dies anfangs bitter bei dem Jungen aufstößt, begreift er schließlich warum sein Bruder sich so verändert hat. Dennoch kommt es zu einer einschneidenten Tragödie, die den bitteren Nachgeschmack des Films noch verstärkt.
American History X ist aus dem Stoff der echten Blockbuster und konfrontiert den Zuschauer immer wieder mit Gewaltakten und Ausländerhass (was für den Charakteren im Film sehr selbstverständlich erscheint), zudem wird dies durch die Szenen mit Zeitlupen-Effekt immer auch noch gekonnt unterstrichen. Zu vergessen sind auch nicht die Rückblenden in Schwarz/Weiß, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart gut unterscheiden lassen. Die Szenenabfolge is auch keineswegs ruckartig, sondern klar zu erkennen und der Spannungsbogen, der dem Publikum zum Ende hin noch einmal einen unerwarteten Schlag ins Gesicht verpasst, erweist sich als hervorragend gesetzt.

Doch auch die Schauspieler hätten in American History X besser nicht gewählt sein können. Edward Norton überzeugt in seiner Rolle als Derek Vinyard und lässt dessen Fanatismus durch Sprache und Mimik leben. Auch der "geläuterte" Derek wird grandios in Szene gesetzt und wird für die Zuschauer fast zu einem realen Mitmenschen (vielleicht liest man schon morgen über ihn in der Zeitung). Des weiteren darf man auch die Leistung von Erdward Furlong nicht unbeachtet lassen, der die jungendlichen Naivität und Bewunderung für seinen Bruder überzeugend spielt. Sicherlich wird sich so mancher Teenie in Danny wieder erkennen. Aber das alles wäre nicht ohne die Nebendarsteller möglich gewesen, die die Vinyards in ihren Rollen erst so richtig glänzen lassen.

American History X überzeugt auch durch seinen Soundtrack. Hier findet man kein rauschendes Instrumentalerlebnis wie in so manchen Epen, sondern eher schlicht gehaltene Musik. Besonders die unschuldigen Klänge im Vorspann bilden einen tollen Kontrast zur harten Filmhandlung und erweisen sich als durchaus passend.

Mein Fazit: American History X ist ein sehenswerter Film, der weder etwas verharmlost noch etwas übertreibt. Er zeigt dem Publikum realistisch das Leben eines Skinheads und gibt viel zum Nachdenken, denn erst im Nachhinein werden feine Details richtig klar - Deshalb 10 Punkte!


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