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Tarantula (1955)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 23.05.2005, seitdem 667 Mal gelesen


Im abgelegenen Desert Rock stirbt ein Wissenschaftler an einer seltenen Krankheit, zumindest diagnostiziert das sein Kollege Prof. Gerald Deemer. Doch der Arzt Dr. Matt Hastings glaubt nicht daran, sondern wittert eine andere Ursache, die mit den geheimnisvollen Experimenten der beiden Biologen in Zusammenhang stehen könnte. Nicht nur die angereiste Studentin Stephanie Clayton findet das merkwürdig. Der Zuschauer weiss da mehr und sieht, wie aus einem Versuchslabor in der Wüste eine Spinne entkommt, die mit einem synthetischen Nahrungsmittel geimpft wurde, welches ihr Wachstum zu monströsen Ausmaßen bewirkt. Der Mad Scientist Prof. Deemer hat bei seinem Vorhaben eigentlich nur menschheitsdienlich ein probates Mittel gesucht, um der zukünftigen Überbevölkerung bei Nahrungsknappheit entgegenzutreten. Seine Verbohrtheit und die aalglatten guten Mediziner bergen sicher keine Überraschungen im Plot, der verläuft, wie fast jeder der in den 50er Jahren billig abgedrehten Monster-B-Filme. Trotzdem gelangte „Tarantula“ zu einem Kultstatus unter dem immensen Output der amerikanischen B-Filmindustrie. Mit viel Charme und einiger unfreiwilliger Komik hauen sich die wackeren Männer lockere, fetzige Sprüche um die Ohren und pseudowissenschaftliche Erklärungen über radioaktive Isotope (Ammoniak) sorgen für kurzweilige Erheiterung. Was dagegen wiederum erstaunt sind die guten SFX für die damalige Zeit, Jack Arnold ("Der Schrecken vom Amazonas") baut von denen zudem eine ganze Menge ein. Sowohl deformierte Menschen nutzt er als Schocker wie auch immer wieder die haushohe Riesenspinne, welche durch die Landschaft schreitet, als Höhepunkte gibt es sogar Attacken aus der Sicht der Spinne zu sehen. Der volkswirtschaftliche Schaden ist nicht unbeträchtlich, wenngleich eine dahingeraffte Tierzucht und ein paar Strommasten nichts im Vergleich zu der Zerstörungswut von „Godzilla“ beispielsweise sind. Doch Desert Rock ist nicht Tokio und für das geringe Budget ist die Ökokatastrophe gekonnt inszeniert. Etwas Militär gibt es abschließend auch, wobei dort der junge Clint Eastwood kurz zu sehen ist, also Ende gut, alles gut.

Fazit: Toller B-Trash aus der Blütezeit der Monsterfilme. Der wohl legendärste Spinnenhorror als lupenreiner Drive-In-Klassiker. 7/10 Punkten


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