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Tarantula (1955)

Eine Kritik von deadlyfriend
eingetragen am 09.09.2007, seitdem 408 Mal gelesen


In der texanischen Kleinstadt Desert Rock kommt es zu einem merkwürdigen Todesfall. Dr. Matt Hastings untersucht den Fall und diagnostiziert eine seltene Krankheit die den Körper deformiert. Allerdings benötigt diese Krankheit Jahre um den Zustand des Leichnams zu erreichen. Der Verstorbene wurde aber erst kürzlich kerngesund gesichtet weshalb Hastings die Sache zu interessieren beginnt. Anscheinend arbeitete der Tote noch vor kurzem an seltsamen Experimenten. Zusammen mit seinem Kollegen Prof. Deemer betrieb er etwas außerhalb der Stadt ein Labor..............

Im B-Film Bereich ist und bleibt Jack Arnolds Riesenspinne Kult. Was hier 1955 an Effekten geboten wird ist vielen CGI Monstern weit überlegen. Das liegt daran das Arnold noch keine Computereffekte verwenden konnte und somit mußten echte Taranteln herhalten, die in den Film hineingeschnitten wurden. Dadurch wirken sie auch heute noch sehr unheimlich. Selbstverständlich ließ er die Arachniden auch über Miniaturmodelle drüber krabbeln was Mitte der 50er Jahre mit Sicherheit für mächtig Gänsehaut sorgte. Aber auch heute, nach über einem halben Jahrhundert, vermag er bei Phobikern für Panik sorgen.
Der Film zertifiziert die damalige Angst vor der Wissenschaft und dem ungewissen Umgang mit Atomenergie. Er ist eine wunderbare Metapher, der genau auf die Ängste der damaligen Zeit zugeschnitten wurde. Ist die Wissenschaft doch Teufelswerk und richtet sie nicht mehr Schaden als Nutzen an? Die Frage ist durch die Genforschung auch ins jetzige Jahrtausend transportierbar und wird von der Filmindustrie fleißig genutzt. Somit ist Tarantula nicht nur ein erstklassiger Horrorstreifen sondern auch ein Spiegelbild der Angst. Da die Spinne schon in realer Größe bei vielen Menschen, völlig unbegründet, für genügend Schrecken sorgt war es das perfekte Insekt für die Hauptrolle. Dadurch konnte Jack Arnold gleich doppelt mit den Ängsten seiner Zuschauer spielen.
Die Darsteller werden von der Riesentarantel natürlich überschattet, aber sie machen ihre Sache bei weitem nicht schlecht und bilden den passenden Rahmen. Selbst Clint Eastwood ist in einer Minirolle zu bewundern. Aber auch dieses Problem gibt es heute noch, wenn Darsteller gegen übermächtige Effekte kämpfen. So gesehen ist Tarantula ein zeitloses Meisterwerk was jeder Cineast zumindest einmal gesehen haben sollte.


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