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Tarantula (1955)

Eine Kritik von Warbeast (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 02.12.2009, seitdem 198 Mal gelesen


Ein Forscher experimentiert mit Wachstumsflüssigkeiten. Es taucht ein Mann auf, dessen Gesicht komplett deformiert ist. Der Arzt ist über die Symptome überrascht und kann sie sich nicht gänzlich erklären, da der einzig mögliche Krankheitsverlauf anders stattfindet als in diesem Falle. Es kommt zu einem Brand im Labor des Forschers, der nicht, wie ursprünglich angenommen, alle Tiere dort auslöschte, sondern eine Spinne entkommen ließ, die gigantische Ausmaße annimmt. Man entdeckt riesige Giftpfützen und Menschen verschwinden...

Über Jack Arnolds Klassiker braucht man eigentlich gar nicht mal so viele Worte zu verlieren. Er ist einfach neben "Mörderspinnen", "Arachnophobia" und "Arac Attack" (letzteren wirklich nur aus Bekanntheitsgründen und vollständigkeitshalber) einer der besten Spinnen(Horror-)Filme, die bis dato produziert wurden. Dabei beschränkt sich dieses B-Movie nicht bloß alleine auf das Spinnenmonster, sondern auch auf andere Urängste der Menschen - die Experimente des Forschers etwa.

Zu den Schauspielern nur so viel: sind soweit absolut akzeptabel, man kauft ihnen ihre Rolle ab. Begeistert war ich von der Höflichkeit und Vornehmlichkeit der Personen, wie sie in fast keinen anderen Filmen vorhanden sind. Wenn man mal bedenkt, was heutzutage für ein rauer Ton durch die Filme schallt... In jedem Falle kommen die Charaktere soweit eigentlich wirklich sympatisch rüber und man fiebert mit.
Übrigens hat hier Clint Eastwood eine kurze Szene, in der er zu sehen ist.

Einziges Manko ist natürlich die Entstehungszeit, die für heute, da es damals sensationell war, eher wenig Neues im Film bietet. Stattdessen hat man typisch Männlein und Weiblein, denen man ihre Zuneigung zueinander sofort ansieht (wobei das keinesfalls auf derselben Schiene wie die "Filmbeziehungen" aus heutigen Werken fährt ! ), den bösen Professor (wobei das "böse" in diesem Fall eigentlich relativ ist) und die typische "Was ist bloß los"-Situation, wo man sich eigentlich gar nicht denken kann, dass eine 50m hohe Spinne existieren kann, ohne von der breiten Masse wahrgenommen zu werden.

Zum Spinnentier selbst: das wurde natürlich, weil es damals anders schlecht möglich war, relativ simpel getrickst und ist manchmal sogar eher ein dunkler Fleck im Bild. Dafür dennoch wirklich unheimlich und gruselig. Es gibt jedoch auch eine kleine Szene im Film, in welcher ein Bein des Monstrums im Himmel verschwindet. Leider taucht es auch eher erst gegen Ende auf.

Insgesamt nimmt sich der Film viel Zeit, bis er richtig in Fahrt kommt. Währenddessen baut er dafür eine recht saubere Atmosphäre auf. Schauspieler sind soweit recht sympatisch und man hat Spaß dabei, wenn man den Film schaut. Die Effekte der Spinne sind für die heutigen Verhältnisse natürlich hoffnungslos veraltet, man sollte hier also keine Effektgewitter wie in John Carpenter's Das Ding aus einer Anderen Welt erwarten.

Insgesamt bekäme der Film 6,5 Punkte, wenn man die Qualitätsmängel betrachtet. In der "Retro-Skala" würde ich da aber durchaus 8 machen, was dem Film auch eher gerecht würde.


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