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BloodRayne (2005)

Eine Kritik von Der Mann mit der Hose (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 20.07.2006, seitdem 1365 Mal gelesen


Eigentlich sind die Bloodrayne-Spiele kaum etwas anderes als ein blutigeres Tomb-Raider-Double, aber mit bedeutend mehr Charme und einer interessanteren Protagonistin. Nach dem durchspielen beider Teile hielt ich sogar eine gute Verfilmung für im Rahmen des möglichen, den schliesslich liegen zwischen den beiden Spielschauplätzen ca. 75 Jahre, was eine Menge Platz für Drehbuch und eigene Ideen gelassen hätte.
Doch dann kam Boll.
Ich weiss nicht wirklich wo ich bei diesem Dreck, (Schmeichelung) den er da abgeliefert hat, anfangen soll zu bewerten. Bei den unmotivierten Schauspielern, allen voran Loken, bei dieser lächerlichen neu-interpretation der Story, bei den sich dauernd wiederholenden Ittenbach-Effekten von der Stange, der billig angemieteten Touristen-Burg-Kulisse, den lächerlichen Dialogen, dem anscheinend kaum vorhandenem Drehbuch, den Kostümen die man besser in der Altkleidersammlung gelassen hätte, den aus Stahlblech selbstgebastelten Handschwertern  oder der totalen Entfremdung - Schicke Frisur Loken! Haste die selbst gefärbt? - von Rayne?
Ich weiss es nicht!
Ich bin mir aber sicher, mit Udo Kier, Billy Zane (Was wäre Ritter der Dämonen ohne ihn?), Meat Loaf Aday und Ben Kingsley, (Micheal Madsen, Michelle Rodriguez (hahaha!) und Kristanna Loken sollte man außen vor lassen!) war genug Potenzial am Set,  um wirklich ewas Grosses zu schaffen. Ich glaube sogar dass Bethmann, Schnaas oder Taubert mit solchen Voraussetzungen etwas interessanteres abgedreht hätten.
Rayne beginnt ihre Ausbildung 1933 und die Haupthandlung konzentriert sich auf die 40er Jahre während der Zweite Teil in naher Zukunft angediedelt ist. Was aber (zur Hölle) hat Boll veranlasst die Story im frühen "Middleage" (der Vollidiot kann kein englisch, die Tonspur hab ich als Beweis!) spielen zu lassen, und die Charaktere aus beiden Teilen (z.B. Beliar aus dem ersten, Kagan aus dem zweiten Teil der Spiele) entfremdet und entstellt durch diese peinlich Mär zu jagen?
Der Film als Ganzes betrachtet lässt mich vermuten, das nicht wirklich ein Drehbuch existiert hat, eher scheint es, dass man planlos drauflos gedreht hat, frei nach dem Motto: "Danach wird uns schon was einfallen!?!". Das Scriptgirl schien mir auch nicht sehr ausgeschlafen zu sein, achtet mal auf die zerstückelte Kerzen-Szenerie am Anfang des Films, sowie unzählige andere solcher Momente! Auch  muss man dazu sagen das das Strecken eines Filmes mit Deleted Scenes und Alternativ-Material vor dem Vorspann nicht unbedingt ein Geniestreich ist, sondern eher den Talenten eines Fünfjährigen entspricht.
Mein Tip ist: Schaut euch den Film (am besten alle Boll-Filme einmal)  mit Audio-Kommentar - am besten dem englischen - an. Ihn persönlich zu zitieren ist immer noch die schönste Beleidigung die mir einfällt!

Post Scriptum:
Schickes rosa Jäkchen, Rodriguez!


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