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Jarhead - Willkommen im Dreck (2005)

Eine Kritik von Blondie (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 23.08.2008, seitdem 396 Mal gelesen


"Jeder Krieg ist gleich!"

Einen wichtigen Vorteil hat Sam Mendes' Kriegserzählung "Jarhead" schon mal: Es gibt kaum Filme, die den Sommer 1990 am persischen Golf dokumentieren, und manch einer wird schon im voraus glauben, dass "Jarhead" ein wichtiges Kriegsdokument ist, doch was wir letztlich gesehen haben, ist doch eher "Platoon" für Arme.
Mendes macht es sich zur Aufgabe die Öde des Krieges einzufangen, ohne dabei den Krieg und die damit verbundene Brutalität zu zeigen.

Anfängliche Skepsis sollte sich scheinbar als falsch erweisen, doch gehen Mendes schneller die Ideen aus, als mir eigentlich recht ist, denn nach einer höchst unterhaltsamen ersten Stunde passiert nichts mehr und man zeigt uns weniger die Öde des Krieges als die Öde des Films.


Um einen Kriegsfilm ohne Krieg realisieren zu können, benötigt man, selbstverständlich, Charaktertiefe und schauspielerisches Talent. Beide Punkte erfüllt "Jarhead", der mit "Brokeback Mountain" bekannt gewordene Jake Gyllenhaal spielt klasse, und auch sein Kontrahent Jamie Foxx ("Collateral", "Ray"), der mit "Jarhead" endgültig sein Good-Guy-Image abschüttelt, überzeugt. Außerdem muss man "Jarhead" zu gute halten, dass er sehr unkonventionell daherkommt, gerade die ungewohnte Bildersprache verleiht dem Film eine gewisse Klasse.


"Jarhead" zeigt den Tagesablauf des Soldaten, wie er monatelang in der Wüste auf die Leinwand zu zelebrieren. Dabei ist Mendez doch allzu selten auf Realismus bedacht und zahlt wertvollen Tribut, um satirische Einlagen in die Geschichte einzugliedern.


Nachdem Mendes, nach gut zwei Stunden dem Ende nahe kommt und er seinen Zuschauer schon viel zu lange auf die Folter gespannt hat, erwartet man als Seher ein Highlight oder zumindest würdigen Abschluss. Es läge sicherlich nahe, noch einen Blick auf die Gewalt des Krieges zu werfen, doch Mendes bleibt sich selbst treu und lässt "Jarhead" mit einem einfachen Monolog und dem damit verbundenen Resumé über den Krieg, enden. Damit zeigt er aber auch, dass viel des im Monolog erwähnten, nicht wirklich beim Zuschauer angekommen ist. Auch der abschließende Satz "Jeder Krieg ist gleich" ist eine äußerst fragwürdige Interpretation.


Fazit: Anschauen kann man ihn sich trotzdem mal und für einen netten Filmabend eignet sich „Jarhead“ auch, doch der Film hat auch seine Schwächen und unübersehbaren Längen. Wer „Three Kings“ noch nicht kennt, sollte sich den zuerst angucken, in dem wird vieles einfach noch ein Stück besser gemacht.


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