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Sinola (1972)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 03.02.2009, seitdem 500 Mal gelesen


Ich denke Jeder hätte sich von dieser Zusammenarbeit mehr erhofft. Clint Eastwood feierte kurz zuvor seinen großen Durchbruch mit "Dirty Harry" und sein Regiedebüt "Sadistico". Regisseur John Sturges (Der alte Mann und das Meer, Zwei rechnen ab) bringt viel Erfahrung im Genre Western mit, doch auch ihm gelingt es nicht das dösige Drehbuch von Elmore Leonard (3:10 to Yuma) vorteilhaft umzusetzen. Zu gängige Story, zu wenig Pepp, keine Chance an Klassiker wie "Eine Handvoll Dollar", oder das Sequel, anzuknüpfen. Ein Sergio Leone hätte aus "Sinola" mehr machen können. Doch Sturges verlässt sich zu sehr auf seinen Star. Eastwood verkörpert hier das Rauhbein Joe Kidd. Der soll dem Richter vorgeführt werden, weil er einen Hirsch im Reservat geschossen hat. Joe wird zu zehn Tagen gemeinnütziger Arbeit und Knast verdonnert. Doch der reiche Frank Harlan (Robert Duvall) zahlt Joe´s Kaution und bietet ihm 500 Dollar, wenn Joe ihm hilft den flüchtigen Mexikaner Luis Chama (John Saxon) zu finden. Joe sagt zu und steht bald zwischen Harlan nebst Killerbande und Chama mit seinen Männern. Allein die Darstellerrige könnte den Film auf überdurchschnittliches Niveau heben, doch die Stars scheinen nicht in Topform gewesen zu sein. Eastwood ist gut, doch er agiert weit unter seiner sonstigen Klasse. Auch Robert Duvall bleibt hinter seinen Möglichkeiten, von John Saxon wollen wir gar nicht reden.

Immerhin legt man Kidd einige Onliner in den Mund und seine Kompromisslosigkeit erinnert ein bisschen an Harry Calahan. Aber Eastwood hat hier kaum etwas zu tun. Ein paar Schurken darf er über den Haufen ballern, doch die kann man an einer Hand abzählen. Ein paar Faustschläge darf er anbringen und einem Mexikaner den Bohnentopf vors Fressbrett hauen. Der Showdown fällt enttäuschend kurz und actionarm aus und vorher ist auch nicht viel los. In den wenigen Sequenzen geht es dann recht rabiat zur Sache, doch Spannung und ein höheres Erzähltempo wären viel wichtiger. So dümpelt "Sinola" quasi vor sich hin, unterhält aber trotzdem solide. Gut geworden ist der Score von Lalo Schifrin, auch an der Kulisse lassen sich keine Mankos feststellen. Im Finale gibt es noch einige Sachschäden, wenn man mit der Dampflock in eine Kneipe brettert. Ein richtiger Höhepunkt ist das nicht und auch während des Films lassen die auf sich warten. Vielleicht diente Eastwood diese Rolle nur als kleine Überbrückung auf "Calahan".

Die Voraussetzungen für einen guten Western sind gegeben, doch Sturges legt ein lahmes Tempo vor und erhöht dies nicht mal im Finale. Die Stars haben wohl auch keine Böcke gehabt, so rettet sich "Sinola" auf den Durchschnitt. Recht unterhaltsam, was für Kompletisten oder Eastwood-Fans.


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