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Walk the Line (2005)

Eine Kritik von Coolidge (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 25.02.2006, seitdem 418 Mal gelesen


How To Get An Academy Award: Man nehme das Leben einer, wenmöglich schon verstorbenen, bekannten Persönlichkeit (gerne Künstler) und verfilme dieses (auch Biopic genannt). Für das Drehbuch wende man die Biopic Standard Formel an. Zuallererst durchleuchte man die Kindheit der Persönlichkeit. Ganz wichtig ist es hier die im späteren Leben noch nicht verarbeiteten Konflikte aufzuzeigen. Tod eines Geschwisters klappt eigentlich immer hab ich mir sagen lassen. Für diesen einleitenden Part benötigt man natürlich einen Jungschauspieler, der Hauptdarsteller und baldige Oskarbesitzer kommt im nächsten und zweiten Part zum erstenmal zur Geltung.

Hier wird der Auftieg des Künstlers aus relativer Armut in den Olymp der ganz Großen dokumentiert. Reichtum, Frauen und Drogen inklusive. Womit wir auch schon beim dritten Part wären. Die Drogensucht mit daraus resultierendem beruflichen Abstieg.

Ja ja, schon klar, unter Künstlerkollegen wird auch schon mal die ein oder andere illegale Substanz weggehauen. Wer kann da schon dauerhaft abstinent bleiben. Schade, daß wegen solcher Lappalien gleich die ganze Familie reißaus nehmen muß. Wenn es wegen denn Frauen gewesen wäre, ok, aber so? Zum Glück scheint aber jeder halbwegs talentierte Künstler noch ne Frau im Hintergrund zu haben die einen nochmal aus der Scheisse reiten kann. Hier also Part Vier.

Die Geliebte/Frau ordnet einen kalten Entzug an. Nicht so einfach, klar. Psychedelische Alpträume inclusive. Aber letztendlich siegt hier natürlich die Liebe und dem Comeback steht nichts mehr im Wege.

Walk The Line hält sich ziemlich genau an die Standartformel. Die Ähnlichkeiten im Plot zu Ray sind schon fast eine Frechheit. Das es sich hier trotzdem im Vergleich zu Ray um den besseren Film handelt, liegt vor allen an zwei Dingen.

1. Die Darsteller: Was Joaquin Phönix und Reese Witherspoon hier als Johnny Cash und June Carter auf die Leinwand zaubern ist wirklich toll. Da ist auch jede noch kommende Auszeichnung vollkommen zu rechtfertigen.

2. Die Mucke: Ist vielleicht nur meine subjektive Meinung aber das hier ist ja schließlich auch meine subjektive Kritik. Johnny Cash war vielleicht nicht der beste Songwriter unter dem Himmel (obwohl er auch da Qualitäten hatte), aber im Interpretieren von Fremdmaterial machte im sicherlich keiner was vor. Die Songs im Film wurden von den beiden Hauptdarstellern selbst eingesungen, was ihnen auch gut gelungen ist. Im Film ist wirklich reichlich Musik zu hören und zu sehen und das soll in diesem Fall auch so sein.

Viele werden das wohl anders sehen, aber Walk The Line gehört sicherlich nicht in den engeren Kreis der Kandidaten um den besten Film des Jahres. Sehenswert bleibt das ganze aber aus oben genannten Gründen allemal. Als alten Fan des Men In Black gibt es von mir aus einer Laune heraus sogar noch einen Bonuspunkt.

7/10


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