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Walk the Line (2005)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 05.03.2006, seitdem 651 Mal gelesen


Obwohl ich der Musik von Johnny Cash bislang nicht sonderlich viel abgewinnen konnte, verkauft der Film seinen musikalischen Werdegang so überzeugend und stellenweise mitreißend, dass man sich nicht selten beim Mitwippen ertappt. Regisseur James Mangold hat nahezu alles richtig gemacht und vor allem bei der Wahl der Hauptdarsteller ein glückliches Händchen bewiesen.

Im Mittelpunkt der Biographie steht Cashs Liebe zu June Carter und natürlich zur Musik. Angefangen 1944, das Jahr in dem Johnnys Bruder Jack stirbt, wofür ihm sein Vater die Schuld jahrelang nachträgt. Früh heiratet er Vivian, bekommt Kinder und bewirbt sich im Plattenstudio von Sam Phillips.
Hier spielt sich dann die erste von mehreren ergreifenden Szenen ab, nachdem der Produzent keinen nachgesungenen Gospel hören will und Johnny anstichelt, etwas Herzblut zu zeigen, was dieser auch prompt hinlegt.
Nach ersten Erfolgen trifft er hinter einer Bühne auf June Carter, die sich in seinem Gitarrengurt verheddert. Für Johnny ist es Liebe auf den ersten Blick, doch der rasche Erfolg bleibt nicht ohne Konsequenzen, denn Alkohol und Tabletten führen im Verlauf zum Absturz des Sängers, dessen Karriere zu dieser Zeit aber noch nicht am Ende ist, denn die legendäre Live-Aufnahme im Folsom Prison 1968 sollte noch folgen.

Recht flüssig wird der Streifen erzählt und hält sich nur manchmal etwas zu lange bei Bühnenauftritten auf, auch wenn die Musik natürlich im Vordergrund stehen muß.
Phoenix und Witherspoon spielen ihre Rollen großartig, intensiv und: Beide singen selbst.
Dass Phoenix dabei die tiefen Töne ein wenig vergrummelt und die Duette zuweilen etwas disharmonisch klingen kann man dabei verschmerzen, denn gleichzeitiges Singen und Schauspielern ist keine leichte Aufgabe, die beide mit Bravour erfüllen.

Nach „Ray“ also die nächste große Musiker-Biographie, die uns die zeitweise tragische Figur Johnny Cashs ein ganzes Stück näher bringt.
Getragen von ausdrucksstarken Darstellern, die Herzblut zeigen, ist „Walk the line“ auch für Nicht-Fans des Musikers ein unterhaltsames und zeitweise fesselndes Kinoerlebnis.
8 von 10 Punkten


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