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Muttertag (1980)
Eine Kritik von Violator (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 14.10.2003, seitdem 785 Mal gelesen
Drei Schulfreundinnen, die sich schon seit vielen Jahren kennen, treffen sich zu ihrem jährlichen gemeinsamen Wochenende und unternehmen einen netten Campingausflug in den Wald. Am Abend des zweiten Tages werden sie jedoch vollkommen überraschend von zwei gemeingefährlichen Kerlen in ihren Schlafsäcken eingeschnürt und in ein im Wald gelegenes Holzhaus gebracht. Dort wohnt die Mutter der beiden Männer, die sich genauso wie ihre Söhne als total irre Person herausstellt, die Spaß daran hat, Leute zu quälen. Die Mädchen werden nun gefesselt und geknebelt während Jackie als erstes Opfer ausgesucht wird. Sie wird in gemeine Rollenspiele einbezogen und von den Brüdern übelst zugerichtet. Am nächsten Tag, als die beiden Söhne die anderen Mädchen losmachen, versuchen sie, Jackie zu finden und zu fliehen. In einem grauenerregenden Raum finden sie sie dann vor. Obwohl der folgende Fluchtversuch der Mädchen durch die Söhne gestört wird, gelingt es ihnen doch zu entkommen. Nachdem jedoch eine von ihnen von einem der Söhne (als Polizist verkleidet) fast wieder geschnappt wird, muss sie mit ansehen, wie Trina schweigend vor der inzwischen gestorbenen Jackie weilt. "Nun ist es genug", denken sich die zwei und schwören, Rache für den Tod von Jackie zu nehmen...
Muttertag ist ein durchaus ein unterhaltsamer Film, was aufgrund des Status, den man diesem Film in Deutschland bisher beigemessen hat, recht ungewöhnlich scheint. Natürlich gibt es in diesem Film Gewaltszenen, andererseits gibt es auch so einige amüsante Szenen, besonders wenn die bescheuerten Söhne zu sehen sind. Die Mutter ist auch ein amüsanter Charakter. Manchmal wirkt sie wie eine ganz normale ältere Dame, für sie scheint ihre Grausamkeit wirklich schon eine Alltäglichkeit geworden zu sein.
Überhaupt sind die Mutter und ihre beiden Söhne richtig zurückgebliebene Hinterwäldler was auch durch ihre Behausung, einer heruntergekommenen Holzhütte, deutlich wird.
Insgesamt kann man "Muttertag" nur bedingt als harten Horrorfilm bezeichnen. Es ist schon in mehreren Szenen Spannung oder Gewalt vorhanden, es wird aber auch oft eine leicht amüsante Stimmung erzeugt. Gegen Ende wird er (besonders beim Rachefeldzug) recht actionlastig. Was die Splattereffekte angeht, hat der Film auch so gut wie gar nichts zu bieten. Außer in der Szene, in der der männliche Anhalter geköpft wird, gibt es nur an einigen Stellen ein ganz bisschen Blut zu sehen. Gewalt ist da schon häufiger vorhanden, diese ist aber (mit Ausnahme des Vorspanns vielleicht, der noch einigermaßen bedrohlich wirkt) durch die leicht humorige Atmosphäre etwas relativiert. An die Schockwirkung eines TCM kommt der Film nicht heran. In dem Film sind interessanterweise ein paar satirische Anspielungen auf den eben genannten Horror-Klassiker enthalten.
Insgesamt ein durchaus guter Film, der in der BRD leider bereits relativ früh auf die Beschlagnahmungsliste gesetzt wurde. Laut Meinung der Kenner ist er als Satire des amerikanischen Lebensstils gemeint gewesen (für uns Europäer ist das wohl eher nicht so deutlich nachzuvollziehen.)
Zum Schluss sei noch zu erwähnen, dass die DVD von Astro (aus der Serie „Kult Klassiker ungeschnitten“) sehr gut ist. Sie enthält sehr viel Zusatzmaterial und ein außergewöhnlich gutes und von den Farben her sehr knalliges Bild. Hut ab!
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