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Hardcore (2004)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 11.03.2006, seitdem 525 Mal gelesen


Wer bei „Hardcore“ dem Titel entsprechende Szenen erwartet, wird enttäuscht werden. Auch wenn das einladende Cover und die Beschreibungen auf der DVD-Rückseite einen zweiten „Baise moi“ versprechen mögen, das Schicksal zweier Prostituierter steht im Zeichen des leicht experimentellen Dramas und nicht dem puren Voyeurismus.

Martha und Nadja sind zwei junge Prostituierte, die in einem heruntergekommenen Hotel zwischen Strichern und Drogen einem harten Job nachgehen. Während Martha sich scheinbar teilnahmslos ihrem Schicksal ergibt, sieht Nadja ihre Arbeit nur als Phase und strebt Höheres an. Beide kommen sich näher und gehen eine enge Bindung ein, die im Verlauf schicksalsschwere Entscheidungen mit sich bringt.

Eine Weile funktioniert diese Pseudo-Milieustudie ganz gut: Die schmierigen Kunden, denen es beim Poppen egal ist, ob der Kopf der Nutte beim Akt rhythmisch auf den Tisch knallt und der Zuhälter, der farblich gekennzeichnete Zettel mit den Kundendaten verteilt und zwischenzeitlich die „Neue“ mit einem Dildo „vorbereitet“.
Angemessen dreckig und teilweise abstoßend in Szene gesetzt, doch der Drogenkurier, der sich ausschließlich in Horoskopsprache äußerst, lässt bereits vermuten, dass die Realität am Ende komplett flöten gehen wird.

Beide Darstellerinnen erledigen ihre Aufgabe sehr überzeugend und sind natürlich auch recht nett anzuschauen (Martha erinnert ein wenig an die süße Collien Fernandez). Erotik kommt dabei aber sehr bewusst nicht auf, denn ihre Arbeit ist alles andere als prickelnd und ihre privaten Zimmergolfspielchen mit den Strichern haben immer etwas mit Drogenkonsum zu tun.

Leider driftet der Streifen zusehends in surrealistische Gefilde ab und am Ende hapert es mit der Logik. Die Traumsequenzen mögen als stilistisches Mittel anfangs noch gefallen, doch irgendwann vermischen sich Traum und Realität und das Geschehen wirkt nur noch grotesk. Spätestens wenn die Schusswaffe zum Einsatz kommt, wird arg konstruiert, Szenen sind wenig aufeinander abgestimmt und das Ende ist eine Bestätigung dafür, dass der Autor nicht mehr wusste, wohin sich die Geschichte entwickeln soll.
Zudem steht man dem Geschehen recht distanziert gegenüber, denn Sympathieträger sind die beiden Damen nicht.

Trotz ruhiger Erzählweise vermag die erste Stunde zu unterhalten, jedoch nie zu fesseln. Was folgt, ist inkonsequent und unausgegoren und raubt dem Streifen letztlich seine guten Absichten.
5 von 10 Punkten


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