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Für ein paar Dollar mehr (1965)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 19.05.2003, seitdem 559 Mal gelesen


Nachdem Sergio Leone 1964 mit “Für eine Handvoll Dollar” das Genre des Italo-Westerns begründete, musste natürlich ein Nachfolger her. Die Story losgelöst vom Vorgänger, wurde “Für ein paar Dollar mehr” erneut ein Kassenerfolg, und das zurecht.

Trotz neuer Geschichte blieben die Hauptverantwortlichen in einem Boot: Clint Eastwood als wortkarger, legendärer Einzelkämpfer in der Hauptrolle, Leone auf dem Regiestuhl und Morricone als Meister der Filmmusik. Mehr Pep in die Story bringt hier Lee Van Cleef als undurchsichtiger Mitstreiter Eastwoods, was mit Gian Maria Volonté zusammen eine Dreieckskonstellation ergibt, die im Nachfolger “Zwei glorreiche Halunken” übernommen wurde und dort noch viel ausgereifter daherkommt.

Genrefans kommen nicht nur wegen der prominenten Besetzung (Klaus Kinski ist übrigens auch dabei und bleibt einem mit nur ca. zwei Sätzen dauerhaft im Gedächtnis) auf ihre Kosten. Reichlich Stoff für das Auge ist ebenfalls geboten, karge, hitzedurchflutete Landstriche sorgen für die Atmosphäre, immer unterstützt von den Klängen Morricones, der hier wieder einmal für Gänsehautmomente sorgt und somit unverzichtbar ist.

Die Anzahl der Leichen, die hier den Weg der Hauptdarsteller pflastern, ist beachtlich. Zwar sind wenige explizite Momente dabei, trotzdem stecken die Schießereien voller Zynismus, was für die nötige Härte sorgt. Leicht verstörend die Rückblenden, die Leone später in “Spiel mir das Lied vom Tod” zur Perfektion brachte und die er bereits hier dazu nutzt, um seine Figurenkonstellation endgültig klar zu machen. Wie alles zusammenhängt erfährt man wie so oft erst zum Schluss, der mit dem obligatorischen Duell endet, das in diesem Fall Geschichte schrieb. Die Schnitttechnik ist beispiellos spannungsfördernd, wenn auch nicht ganz so zur Perfektion gebracht wie in Leones späteren Genre-Referenzen.

Bezeichnend, wenn Eastwood in der letzten Szene mit einem Karren voller Leichen wegreitet, nachdem er vorher mit einem unverkennbar-trockenem Spruch auch noch den letzten Bösewicht ins Gras beißen hat lassen.
Man kann “Für ein paar Dollar mehr” in allen Bereichen die Note “sehr gut” verleihen, trotzdem fehlt zum glorreichen Trilogie-Finale das kleine Quentchen. Für Fans sicherlich ein Pflichttermin, weil Leone damit erneut ein Stück Italo-Westerngeschichte schrieb und seinen Mythos weiter festigte.


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