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Familie Stone - Verloben verboten!, Die (2005)

Eine Kritik von Mr. Hankey (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 30.05.2006, seitdem 218 Mal gelesen


Wer meine Reviews zu Weihnachtsfilmen im letzten Dezember aufmerksam verfolgt hat, der dürfte wissen, dass ich mich, als absoluter Weihnachtsfreak, des öfteren beschwert habe, weil X-Mas 2005 gerade einmal ein Weihnachtsfilm in die Kinos kam, während es 2004 wesentlich mehr waren. Nun ja, so ganz stimmt diese Behauptung allerdings nicht, denn neben dem deutschen Film um einen fliegenden Elch, gab es letztes Jahr auch noch die bittersüße US-Comedy um die Familie Stone, welche aber erst gut eine Woche vor dem Fest in die Kinos kam und deshalb von mir irgendwie komplett übersehen wurde. In Zeiten wo sich die DVD-Hersteller aber kaum noch darum kümmern, einen X-Mas-Film auch zu Weihnachten in die Läden zu bringen, verwundert es allerdings auch nicht, dass "Familie Stone" nun schon Ende Mai in den (Verleih-)Regalen steht. Und ich, der ja eigentlich prinzipiell erst ab dem 1. Advent Weihnachtsfilme schaut, hab dafür sogar mal meine Prinzipien für 90 Minuten über Bord geworfen und mir den Film schon zum (nahenden) Sommeranfang angeschaut. Nach dem Schauen kommt allerdings die Ernüchterung, da der Film eigentlich, unterm Strich, nicht wirklich Weihnachtlich ist und auch sonst niemals die Durchschnittsgrenze übersteigt.

Dabei hört sich die Geschichte zum Film eigentlich gar nicht mal schlecht an und wie geschaffen fürs Fest. Es geht um die hippe Familie Stone, die solchen Sachen wie Drogenkonsum, Homosexualität und dem Gebrauch von Kraftausdrücken recht offen gegenüber steht. Everett, einer der drei Söhne der Familie, bringt zum Weihnachtsfeste allerdings seine neue Flamme Meredith mit, die nun das ganze Gegenteil verkörpert. Verklemmt, bürokratisch, zickig. Kurzum, einfach nicht zum Aushalten. Deshalb beschließt die Familie, den neuen Gast (un)höfflich aber bestimmt hinauszuekeln. Als Meredith allerdings ihre Schwester zu Hilfe ruft und diese sich dann zu allem Überfluss auch noch in Everett verliebt, ist das Chaos perfekt... Ohne Frage, die Story von Familie Stone hört sich erst einmal an, wie die feminine X-Mas-Version von "Meine Braut, ihr Vater und ich", doch alles in allem entwickelt sich die Geschichte doch recht eigenständig und klaut nur selten Mal beim großen Vorbild. Wirkliche Innovationen sucht man zwar vergeblich, doch für eine vergnügliche X-Mas-Ramance-Family-Klamotte könnte die Geschichte, von der prüden Großstadtzicke und der ganz und gar nicht prüden Sippschaft vom Lande, durchaus gut sein.

Leider aber ist das Treiben nur selten wirklich witzig. Oft kommen einem die Gags völlig verkrampft vor und richtige Brüller sucht man vergeblich. Zwar gibt es schon ab und an mal einen guten Joke, als Beispiel wäre da die Szene zwischen Meredith und Everett erwähnt, in der Meredith ihrem Verlobten beichtet mit dessen Bruder geschlafen zu haben, dieser dann zu einem seiner Brüder hinüberschaut, und dieser dann (übrigens schwul) von sich gibt "guck nicht mich an", aber alles in allem sind sie eben doch Mangelware!

Der zweite große Fehler ist zudem die ausgedehnte Drama-Quote, die sich im Mittelteil des Films breit macht. Nicht nur das man einen völlig unnützen Nebenstrang hinzugesponnen hat, in dem die Mutter der Familie Totkrank ist, auch die Streitereien zwischen Meredith und der Familie an sich, machen oft nur geringfügigen Spaß und drücken eher auf die sentimentale Tränendrüse, als auf die Lachmuskeln. Zu allem Überfluss kommen einem die dramatischen Seiten des Films auch noch viel zu unentschlossen vor und passen alles in allem auch nicht so recht ins Gesamtkonzept, zumindest nicht in dieser Breite.

Und auch als Weihnachtsfilm will das Ganze nur selten durchgehen. Zwar muss jetzt nicht jedes X-Mas-Movie gleich vor überdimensionaler Pracht schimmern und Weihnachtshits am laufenden Band spielen, Gott bewahre, aber er sollte einem doch wenigstens ein paar weihnachtliche Gefühle vermitteln können und das bleibt hier größtenteils auf der Strecke. Die Musik klingt alles in allem eher überhöht kitschig als Weihnachtlich und auch sonst leuchtet nur ab und an mal ein Christbaum-Lämpchen hier und da auf. Und die, bereits schon beschriebene, Handlung ist auch nicht gerade Stimmungsförderlich. Erst das Ende versprüht dann so etwas wie Weihnachtsgefühle, doch nun wirken diese irgendwie nur noch aufgedrückt, so als müsse man das, was man im Laufe des Films versäumt hat, nun zwingend noch in ein kitschiges Happy End quetschen. Schade eigentlich!

Einiges retten können dafür aber die wunderbaren Schauspieler. Sarah Jessica Parker ist als Großstadtzicke jedenfalls sehr unterhaltsam ausgefallen, auch wenn sie ab und an etwas steif agiert. Diane Keaton ist, als mobbende Mutter Stone mit höllisch versautem Mundwerk, einfach nur grandios und auch alle anderen Darsteller gefallen. Nur Claire Danes hätte aus ihrer Rolle, der innerlich zerissenen Schwester von Meredith, wohl noch etwas mehr herausholen können, aber nun gut.

Fazit: Allenfalls durchschnittlich ausgefallene Weihnachtskomödie, die zwar in punkto Story durchaus überzeugen kann, dafür aber viel zu selten witzig ist und seine Drama-Quote, vor allem im Mittelteil, etwas zu stark auswälzt, als das sie, in dieser Form, in einen Film wie diesem hineinpassen würde. Und wirkliche Weihnachtsgefühle kann der Streifen auch nicht verbreiten, dafür ist die Musik eher kitschig als Weihnachtlich, der Kulissenaufbau (zu) schlicht und die Handlung auch alles andere als Herzerwärmend. Erst zum Schluss wird dieser Fehler dann wieder gut gemacht, wirkt nun aber mehr aufgedrückt als glaubwürdig. Somit alles in allem ein Film, den man sich schon Mal angucken kann (auch im Sommer) ohne das man davon Bauchschmerzen bekommt, aber aus dem man auch absolut nichts mitnimmt, weder im weihnachtlichen Sinne, noch aus filmischer Sicht.

Kann sein, muss nicht, sowohl im Mai als auch im Dezember!

Wertung: 5/10 Punkte


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