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Familie Stone - Verloben verboten!, Die (2005)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 17.12.2008, seitdem 248 Mal gelesen
Ein weiterer Weihnachtsfilm mit Starbesetzung, den alten Topos wiederkauend, dass bei Familienfeiern statt Frohsinn das Entladen von Spannungen angesagt ist.
Hier also geht es um die Familie Stone, ein linksliberal eingestellter Haufen von Individualisten. Mutter Sybil (Diane Keaton) möchte größtmögliche Entfaltung ihrer Kinder, Papa Kelly (Craig T. Nelson) ist der ruhige Verständnisvolle, Amy (Rachel McAdams) gibt sich streitsüchtig usw. Egal ob taubstumm, homosexuell oder einem Joint nicht abgeneigt – jeder in der Familie Stone wird so akzeptiert wie er ist. Scheinbar gerade deswegen, weil er sich so von der Norm lossagt.
Da ist Sohnemann Everett (Dermot Mulroney) fast schon ein schwarzes Schaf, da er doch eine eher bürgerliche Karriere anstrebt und als Geschäftsmann erfolgreich ist. Aus diesen Kreisen kommt auch seine steife Freundin, die Karrierefrau Meredith Morton (Sarah Jessica Parker). Die hat es natürlich nicht leicht in so einem Umfeld und „Die Familie Stone“ baut Meredith mit ihrer verstockten Art auch zu einer Figur auf, die es auch dem Zuschauer nicht unbedingt einfach macht Sympathien zu empfinden.
Innerhalb von Rekordzeit fühlt sich Meredith im Hause Stone ausgegrenzt und ruft ihre Schwester Julie (Claire Danes) zur Hilfe. Doch das ist erst der Auftakt zu viel größeren Verwicklungen...
„Die Familie Stone“ will vieles sein, aber nichts so richtig: Man möchte jedem Charakter genug Platz einräumen, die Geschichte um Everett und Meredith aber als Hauptstrang etablieren, witzige Verwicklungskomödie sein, aber gleichzeitig Raum für persönliche Schicksale, in einem Fall sogar für äußerst Dramatisches, einräumen. Insofern verwundert es kaum, dass „Die Familie Stone“ kaum auf eine klare Linie kommt, der Plot unentschlossen zwischen verschiedenen Figuren hin- und herwandert und am Schluss zwar alle Geschichten aufgelöst sind, aber kaum ein Strang einen wirklich vernünftigen Spannungsbogen aufgebaut hat.
Die Paargeschichten wirken dabei wie eine Neuinterpretation diverser Shakespeare-Komödien: Es gibt Irrungen und Wirrungen, nicht jeder hat den passenden Partner, aber am Ende haben sich neue Idealpaare gebildet – nur die Hochzeit Marke Shakespeare lässt man weg. Den Weg dorthin säumen nette, aber harmlose Gags, gerade die Anfeindungen Merediths sind doch nicht so bissig, wie man annehmen kann (witzig: die Scharade). Teilweise sind die Gags auch gut getimt, teilweise passen sie aber nicht so wirklich in den Kontext (z.B. die befremdlich-klamaukige Episode als Meredith sich betrinkt).
Im starken Gegensatz dazu stehen dann die ernsten Momente, die gelegentlich recht unerwartet kommen, z.B. wenn Meredith sich bei einem Gespräch über Kindererziehung bei Tisch um Kopf und Kragen redet, was der Film nicht komödiantisch ausschlachtet, sondern extrem schroff inszeniert. Gerade in diesen Momenten bringt „Die Familie Stone“ das ambivalente Familienkonstrukt sehr gut zum Ausdruck: Im Pochen auf Liberalität und Anderssein sind die Stones nicht weniger repressiv als die von ihnen verachteten konservativen Familien; gleichzeitig liegt selbst hinter Schroffheiten eine menschliche Wärme, was gerade in der Erkrankungsgeschichte sehr treffend ausgespielt wird. Doch so steht „Die Familie Stone“ unentschlossen zwischen lockere Komödie und ernstem Familiendrama.
Die Schauspieler bemühen sich allerdings so gut es geht mit diesem Widerspruch umzugehen und tatsächlich kann die Besetzung so manche Drehbuchschwäche noch überspielen. Sarah Jessica Parker und Dermot Mulroney sind ganz OK, doch haben kaum eine Chance gegen den Supportcast, gerade die quirlige Rachel McAdams, die erhabene Diane Keaton und der ruhige Craig T. Nelson liefern wirklich Tolles ab.
So ist es dann auch die Besetzung, die „Die Familie Stone“ noch ins Mittelfeld hievt, denn der Film pendelt unentschlossen zwischen heiteren Comedypassagen und überraschend ernsten Dramamomenten, wobei man beide Aspekte nicht komplett unter einen Hut bekommt. So funktioniert „Die Familie Stone“ auch nur stellenweise, aber insgesamt gesehen ist er einfach zu durchwachsen.
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