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V wie Vendetta (2006)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 02.04.2007, seitdem 451 Mal gelesen
Die Gebrüder Wachowski sind heute Jedermann bekannt, da sie die Matrix Trilogie auf Beine gestellt haben. Aber ich will mal ehrlich sein, nur der erste Matrix Teil war richtig gut, die beiden Nachfolger kann man als pure Geldmacherrei, zudem noch ohne Story, beschimpfen. Trotzdem ging ich mit einer sehr hohen Erwartung an " V wie Vendetta " heran, welche auch locker erfüllt wurden, doch auf eine völlig andere Weise wie zuerst gedacht.
Die Regie überließen die Wachowski Brüder ihrem Assistenten James McTeigue. McTeigue arbeitete schon bei " Matrix " neben Andy und Larry, welche hier als dritten Produzenten noch Joel Silver miteinbezogen. Noch eine kleine Warnung, der Trailer und auch die DVD von Warner Bros will einem Weis machen, dies sei ein Actionfilm, ist es nicht, auch ich erwartete ein Actionfeuerwerk, daher nicht enttäuscht sein, ich habe euch gewarnt.
Story:
London steht unter dem harten Regime des Politikers Suttler ( John Hurt ). Die Menschen können sich nicht wehren, das dachte auch die junge Evey ( Nathalie Portman ) welche eines Nachts bei einer Ausgangssperre von dem unbekannten V ( Hugo Weaving ) gerettet wird. V ist der Einzige der Suttler Paroli bietet und fortan wird er als Terrorist gesucht. Er hat vor dem Terrorregime ein Ende zu machen, mit einem furiosen Plan, welchen er bis ins kleinste Detail geplant hat. Evey ist fasziniert von V, ohne zu wissen dass sich ihr Leben für immer verändern wird.
Hier hat man sich wirklich mal wieder storymäßig was ausgedacht. Natürlich will man mit dem Regime wieder etwas auf uns Deutsche hinweisen, man bemerke die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Suttler und Hitler. Doch es geht um viel mehr, als nur um das Terroregime. So bekommt der Zuschauer Überraschung über Überraschung serviert und V´s richtiges Motiv erfährt man erst ganz am Ende. Auch über den Helden selbst und warum er so wurde, erfährt man alles. Nach und nach enthüllt sich die sehr komplexe Story und das Puzzle wird nur sehr langsam zusammengefügt, so dass man zum Raten animiert wird. Überhaupt präsentiert sich der Film sehr gefühlvoll, verleiht seinen einzelnen Charaktere sehr viel Tiefe und weiss bestens zu unterhalten. Selbst die Dialoge erreichen ein sehr hohes Niveau, doch manchmal wünscht man sich es gäbe etwas weniger davon. Eine kleine Schwäche von " V wie Vendetta " ist, dass der Film manchmal doch zu geschwätzig ist, trotzdem niemals langweilig, Durch die brillante Story, ist die Spannung auf einem hohen Niveau. Wäre jetzt nur die Erzählweise noch ein bisschen flotter.
London wird hier sehr düster dargestellt und dazu so altmodisch. Hier kommt eine ganz besondere Atmosphäre auf, welche dem Film einen ganz eigenen Flair verleiht. Die schicken Bilder wechseln von schön, über düster, bis traurig. Der Score dazu ist rein instrumental und eine wahre Wucht.
Wer hier auf viel Action hofft, der wird enttäuscht werden. Außer drei Fights, wobei Letzterer sehr blutig ist, zwei schicken Explosionen und ein paar Morden gibt es hier nicht sonderlich viel. Doch der Film hat das eigentlich gar nicht nötig, wobei von meiner Seite her hätte ruhig noch mehr vorhanden sein können. Immerhin sind die wenigen Fights sehr akrobatisch und spektakulär geworden. V hat jede Menge Tricks auf Lager und nimmt die Gegner am liebsten mit seinen Messern auseinander. Die beiden Explosionen sind von bombastischem Kaliber, ein wahrere Augenschmauß.
Hugo Weaving als V kann ich hier als Darsteller nicht bewerten, denn man sieht ihn ja nie. Aber Nathalie Portman als Evey gibt eine sehr überzeugende Leistung ab, genauso wie John Hurt als Politiker Suttler. Alle Darsteller agieren prächtig und glaubwürdig.
Fazit:
Auf seine ganz eigene Weise ist " V wie Vendetta " ein richtiger Filmgenuss. Brillante Story, geschildert in prächtigen Bilder, leider etwas zu dialoglastig. Die Kulissen sind ein Hingucker, der Score ein absoluter Hinhörer, während von der spektakulären Action ruhig noch mehr vorhanden sein könnte. Dafür bietet der Film tolle Darsteller und ist dank der vielen Wendungen ziemlich spannend.
Ganz anders als ich erwartet habe, besitzt kleine Schwächen, ist aber trotzdem Filmgenuss pur.
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