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V wie Vendetta (2006)
Eine Kritik von jack ass (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 15.08.2007, seitdem 183 Mal gelesen
V for Vendetta
Everywhere I hear the sound of marching, charging feet, boy
cause summer's here and the time is right for fighting in the street, boy!
Als die Klänge von Street Fighting Man von den Stones über der schwarzen Leinwand erklingen und "V wie Vendetta" zu Ende ist, weiß man, dass die Zukunft begonnen hat - eine bessere, friedlichere Zukunft als man zu hoffen gewagt hatte.
Der street fighting man ist V (trotz ständiger Maskierung unheimlich präsent: Hugo Weaving), ein einst zu Unrecht inhaftierter und grauenhaften Experimenten ausgesetzter Mann dem der Sinn nur nach einem steht: Rache!
Das totalitäre Regime unter Großkanzler Adam Suttler (diabolisch: John Hurt) hat das London der Zukunft beinahe komplett unter seine Kontrolle gebracht und setzt alles daran, diesen Zustand von nichts und niemandem gefährden zu lassen. Doch V bringt dieses System von Macht durch Kontrolle, Überwachung, Einschüchterung und Brutalität von der eröffnenden Sprengung des Big Ailey bis zum finalen Big Bang von Big Ben und dem Parlament mit seinen subversiven Aktionen zum Einstürzen. Mehr noch: er weckt die Menschen, allen voran die junge Evey (bezaubernd auch mit Kahlkopf: Natalie Portman), aus ihrem Tran und ihrer naiven Passivität und Schicksalsergebenheit auf und gibt ihnen neuen Mut zum Widerstand. Das er dabei die Figuren des korumpierten, verkommenen Regimes am Ende noch gegeneinander ausspielt ist nur ein nettes Bonmot für seine eigenen Rachegelüste.
Denn eigentlich geht es um die Idee, die hinter seiner Maske steckt und die auch nie sterben wird, so wie er es am Ende tut weil er weiß, dass sein Platz mit der Vergangenheit verschwunden ist. Die Idee heißt Demokratie statt Totalitarismus, Meinungsfreiheit statt Unterdrückung, Liberalität an Stelle von Ausgrenzung und Freiheit ohne stattliche Einmischung und Diktatur. Die Story der Wachowski Brüder ist heute aktueller denn je, man denke nur an Schäubles jüngste Äußerungen zum Thema Terrorsimus-Bekämpfung (Durchsuchen von privaten PCs ohne Dursuchungsbefehl, Internierungen auf Verdacht ohne zeitliches Limit, gezielte Tötungen). Maßnahmen wie diese rücken eine demokratische Republik in die Nähe eines Staates wie wir ihn in "V" präsentiert bekommen. Mit Hilfe von gezielt geschürter Angst und Panikmache werden die Menschen eingeschüchtert und davon überzeugt, dass das Aufgeben von Rechten und Freiheiten schon in Ordnung sei solange es denn dem richtigen Zweck dient. Im Film wird diese Entwicklung durch die Aufdeckung der Verschwörung und damit des Beweises, dass die Regierung selbst den Terroranschlag, der zu den Verordnungen führte, herbei geführt hat, auf die Spitze getrieben.
Von derlei Verschwörungstheorien mag man angesichts von 9/11 und den Anschlägen in Londons U-Bahn denken was man will, eines lehrt der Film aber auch dem größten Zweifler: dass man aufpassen muss was um einen passiert und was diejenigen, die vom Volk gewählt sind einen vernünftigen Job bei der Führung des Landes zu machen so im Schilde führen und beabsichtigen. Der Teufel steckt manchmal im Detail, aber vieles heutzutage ist einfach zu groß und zu durchsichtig als dass man es einfach ignorieren könnte.
"V" ist eine Comic- (oder Graphic Novel-) Adaption der seriösen Sorte, und das im positivsten Sinne dieses Wortes: keine tumbe Fließband-Dauer-Action, sondern eine Story mit zahlreichen ruhigen, nachdenklichen Momente die sich mit sicher und angenehm blutig inszenierten Action- und Fightszenen abwechseln und die einen als Zuschauer mit einem weitaus befriedigteren Gefühl zurück lässt als beispielsweise "X-3". Hervorragende Darsteller, grandiose Inszenierungen von beinahe elegisch schön zu nennenden, epochalen Zerstörungsorgien und die packende, in sich schlüssige Story machen diesen Film zu einem absolut eindrucksvollen Erlebnis.
9/10 umfallenden Dominosteinen.
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