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Tomie (1999)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 01.08.2007, seitdem 411 Mal gelesen


Hmtja, Mangaverfilmung sind so eine Sache, wenn man die gezeichneten Stories nicht mit Begeisterung einpfeift – wenn man allerdings so sieht, wie viele Tomie-Filme inzwischen die japanische Filmindustrie ausgerülpst hat, muß an der Story ja was dran sein.
Oder auch nicht.

Im Fokus: die junge Tsukiko, die nach einem angeblichen Unfall an partieller Amnesie leidet und ein Geheimnis um ein junges Mädchen namens Tomie, die von ihrer Klasse dahingemeuchelt wurde, ohne das eine Leiche zu finden wäre.
Was in Mystery-Maßstäben noch ganz interessant klingt, findet optisch jedoch kein ansprechendes Tableau.
Die Idee eines Mädchens, dem fortwährend sirenenhaft sämtliche Männer (bis auf einen, den Mörder) verfallen und sich gegenseitig bestialisch in die nächste Welt befördern, ist ansprechend, vor allem da die Geheimnisvolle offenbar regenerative Kräfte hat, die sie immer und immer wieder aus einzelnen Körperteilen nachwachsen lassen.
Von Spannungsbogen dennoch nirgendwo auch nur eine Spur – stattdessen plätschert das Geschehen in düsteren, spröden Bildern vor sich hin und präsentiert mehr überflüssigen Alltag als Gruselatmosphäre, auch wenn die seltsame Tomie meistens geschickt nur aus subjektiver Sicht oder teilweise gezeigt wird, ohne ihr Gesicht zu zeigen.

Die Nebenstory um den ermittelnden Polizisten ist eigentlich noch das Interessanteste, denn der Film bewegt sich in der Kriechspur auf einen „Fight Club“-ähnlichen Plot-Twist zu, der nun auch nicht so recht zu erklären ist, aber dafür alle ratlos zurück lässt, Fortsetzung inbegriffen.

Da gibt es, neben ein paar seltenen Splattereffekten einfach kaum wirkliche Spannungsmomente, das kindlich-helle Dauergiggern von Tomie geht bald den Zuschauern mächtig auf den Geist und irgendwie zeichnet sich der ganze Film recht flott am Horizont ab, während man noch wartet, dass mal etwas von dem was passiert auch im Bild zu sehen ist und nicht nur das finale Ergebnis (=Leichen).

Inwiefern der Manga künstlerisch nun in gute oder entsprechende Bilder umgesetzt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, jedoch wirkt die Szenenabfolge so spröde und uninteressiert, dass nicht mal Spannung einsetzt, wenn es am Ende etwas zur Sache geht.

„Tomie“ produziert in erster Linie eins: Langeweile. Und strapaziert geschickt die Geduld, ohne wirkliche Reize zu bieten, nicht einmal die Abstrusität eines „Uzumaki“. (3/10)


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