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Boot, Das (1981)

Eine Kritik von Dr. Phibes (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 12.08.2002, seitdem 1092 Mal gelesen


Das Boot, der Vorzeigekriegsfilm aus Deutschland. Mit 6 Oscarnominierung einer der besten Deutschen Filme, die je gedreht wurden.


Der Kriegsberichterstatter Leutnant Werner (Herbert Grönemeyer) wird auf das U-Boot U-96 geschickt, um von den Heldentaten der Deutschen im Krieg gegen die Engländer zu berichten.
Unter der Leitung des Kapitäns (Jürgen Prochnow), auch genannt „Der Alte“, sticht die U-96 in See, um englische Schiffe zu versenken.
Der Feind zeigt sich aber nicht, so gibt es gähnende Langeweile auf dem Boot. Leutnant Werner kann sich unterdessen ein Bild von den Leuten machen, teilweise skurrile Typen wie Johann, das Gespenst oder der 2. Leutnant (Martin Semmelrogge).
Dann doch der erste Feindkontakt, doch alles wird viel schlimmer, als es sich die Mannschaft um Kapitän Hellriegel je hätte ausmalen können...


Schon allein durch seine große Ehrlichkeit ist „Das Boot“ um längen besser als so mancher Kriegsfilm aus den USA Marke „Pearl Habor“ oder „Der Soldat James Ryan“. Sind in den Filmen immer die Amerikaner die Helden, welches alles können, machen, tun, besiegen, töten und was weiß ich, so zeigt das Boot doch den wahren Krieg, der eher aus Angst vor dem Tod besteht als aus heldenhaftem Sterben fürs Vaterland.
Die Schauspieler sind in jeder Position überragend besetzt, das fängt bei den Hauptdarstellern an wie Jürgen Prochnow, Klaus Wennemann, Herbert Grönemeyer, Martin Semmelrogge uvm. und endet in den kleinsten Rollen. Jeder Charakter ist einzigartig und hat seine eigenen typischen Macken und Verhaltensweisen.
Ferner gelingt es Petersen, die Stimmung an Board eines U-Bootes gnadenlos gut rüberzubringen. Tödliche Langeweile bestimmt genau so das Tagesgeschehen wie die tödliche Angst, wenn der Feind direkt über einem ist und man nur noch beten kann, heil aus der Sache rauszukommen.
Ferner werden die Deutschen, nicht wie so oft als brutale Nazis dargestellt, die alles umbringen was sich bewegt. Eher zeigt der Film die Sinnlosigkeit des Krieges, in dem selbst die Soldaten den Sinn des Krieges nicht erkennen können und ihn hassen.
Die Effekte im und außerhalb des U-Bootes sind sehr gut gemacht und bieten dem Zuschauer immer das Gefühl, direkt an Board zu sein und mit der Mannschaft zu leiden.
Das Ende ist hart und brutal, beschönigt aber nicht wie so mancher amerikanischer Patriotenfilm, bei dem einen schon schlecht wird, weil die Amis ja so gnadenlos toll sind. Wer Realismus will, sollte sich „Das Boot“ ansehen, so sieht Krieg aus und nicht anders!


Fazit: Genialer deutscher Antikriegsfilm, ein Muss für alle. Muss man gesehen haben. Realistisch, hart, so wie es sein soll.


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