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Tamara (2005)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 14.03.2006, seitdem 482 Mal gelesen


Tamara ist ein intelligentes Mauerblümchen, das von den Schönen der Highschool gemobbt wird. Fast alle sind sauer auf sie, weil sie den Steroidskandal der sportlichen Mitschüler aufgedeckt hat, nur nicht ihr Englischlehrer, in den sie auch noch verknallt ist. Auch zu Hause hat es Aschenputtel Tamara mit ihrem Alkoholikervater nicht leicht, wie gut, dass ihr Hobby Hexenbücher sind. Nicht zum ersten Male in der Geschichte dieser Hochschulquerelen, die als Horror enden, muss die Unterlegene aus Jux und Dollerei einer Clique dran glauben und führt dennoch post mortem die Schuldigen ihrer vermeintlich gerechten Strafe zu. Was kramt diese Geschichte alles heraus: Etwas "Prom Night" vielleicht auch "Carrie" oder ein bisschen "Ich Weiss, Was Du Letzten Sommer Getan Hast" - bleiben wir beim letzteren und fügen ein Opfer hinzu, dass Dank Hokuspokus zurückkehrt und sich als Untote rächt. Einerseits ist "Tamara" geleckter Teeniehorror, der mit seinen Charakteren und Darstellern wenig überzeugen kann, andererseits fallen die Schock- (mit aufdringlicher Audiospur) und Spezialeffekte auf, die für diese Sparte Horrorfilm recht blutig und deutlich ausfallen. Die Wandlung der Hauptfigur zum Vamp, der die Feinde aufmischt, wird mit etwas Okkultquatsch erklärt und ist nicht halb so spannend, wie die Selbstmorde, die die aus dem Grab Zurückgekehrte ihren Opfern suggeriert. Ohr und Zunge mit dem Cutter abschneiden, Glasflaschen essen, die Ideen können sich sehen lassen, auch wenn man sich doch nicht traut, den Kopf ins Frittierbad zu tauchen. Der Rest ist leider nur konventioneller Käse mit viel Tanzmusik aufbereitet und wenig erquicklich. Beim Hexenkitsch und dem ganzen Highschoolflair kann dieser Film wenig punkten, Hauptdarstellerin Jenna Dewan erinnert etwas an Mila Kunis aus "American Psycho 2", männliches Pendant zu ihr ist der Hornbrillenträger Roger. Eine Hand voll Blutszenen und etwas Spannung im Finale ist alles, fast alles, außer dem zitierenswerten Dialog: "Ich habe sie beide umgebracht", Antwort: "Das tut mir leid, Schatz". Das ist wirklich herzerweichend. Und was lernt der aufmerksame Zuschauer daraus? Wenn zusammen leben nicht geht, geht immer noch zusammen sterben. Nein, wie romantisch.

Fazit: Hokus Pokus und schon hat der "Macher von Final Destination" einen weiteren Teenieslasher aus dem Ärmel gezaubert. 4/10 Punkten


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